Manchmal fließen Tränen. Weil es ein langer, zeitraubender Weg war bis hierher in den siebten Stock des Franziskus-Krankenhauses im Stadtteil Tiergarten. Es war eine Odyssee durch Berlin, von Arzt zu Arzt ohne Ergebnis, ohne Befund. Vielleicht fließen auch Tränen, weil sich langsam das Gefühl einstellt, dass in diesem Konferenzraum, an diesem langen Tisch etwas beginnt, das die unerträglichen Beschwerden lindert.
So jedenfalls ist es im Fall dieser Patientin. Seit Jahren hat sie chronische Schmerzen, sie leidet daran und darunter. Jetzt sieht sie in freundliche Gesichter, ihr gegenüber aufgereiht, mit Blick durch eine Fensterfront auf ein Meer aus Dächern: Ein Neurologe sitzt da vor seinen Unterlagen, eine Anästhesistin, eine Physiotherapeutin, eine Psychologin, eine Pflegefachkraft. Sie haben sich intensiv mit der Patientin beschäftigt und über deren Probleme ausgetauscht. Sie haben einen Plan. Zwei Wochen lang wird sie nun danach behandelt. Sie wird an sich und mit ihrem Körper arbeiten und lernen, wie sie sich nach ihrer Entlassung aus der Klinik selbst helfen kann.
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Gesundheitspolitik
Schmerztherapie in Gefahr? Was Lauterbach bei seiner Krankenhausreform vergessen hat
Der Bundesrat stimmt über Lauterbachs Reform ab. Manche Disziplin findet darin nicht statt. Die multimodale Schmerztherapie etwa. Ein Besuch im Berliner Franziskus-Krankenhaus.
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Michael Schenk leitet das Zentrum für integrative Schmerzmedizin.
© Markus Wächter/Berliner Zeitung