Die Berliner Bäderbetriebe haben bis kurz vor Ende der diesjährigen Freibadsaison 153 Hausverbote gegen Besucher erteilt. Wie die Bäderbetriebe der Deutschen Presse-Agentur mitteilten, entspricht diese Anzahl etwa der Größenordnung der vergangenen fünf Jahre. Hausverbote seien seltener wegen Straftaten, sondern eher wegen Verstößen gegen die Hausordnung erteilt worden. Hausverbote seien aber kaum zu kontrollieren, berichteten Konfliktlotsen. Es komme immer wieder zu Problemen mit denselben Männern.
Ob die neu eingeführten und umstrittenen Ausweiskontrollen auch im nächsten Sommer beibehalten werden sollen, ließen die Bäder-Betriebe offen. Nach Ende der Sommersaison wolle man zusammen mit der Senatsinnenverwaltung und der Polizei eine Bilanz ziehen und die getroffenen Maßnahmen auswerten. Wann eine Entscheidung fallen soll, wurde nicht mitgeteilt.
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) hatte kürzlich von einem Maßnahmenkatalog mit insgesamt 40 Punkten gesprochen, von denen erst ein Teil umgesetzt sei. Das werde „selbstverständlich weitergeführt“, sagte sie.
Kontrollen in Berliner Freibädern: Wachdienste kosten Bäder viel Geld
Die Ausweiskontrollen wurden ebenso wie Videoüberwachung an Eingängen nach einigen Krawallen und Schlägereien junger Männer mit folgenden Polizeieinsätzen etabliert. Damit sollten die Hausverbote gegen renitente Badegäste besser durchgesetzt werden.
Zuletzt hatten die Bäder-Betriebe mit einem Anstieg der Kosten für Wachleute von früher 1,5 Millionen auf nun 2 Millionen Euro gerechnet. An heißen Wochenenden waren bis zu 170 Wachleute im Einsatz, um Konflikte zu schlichten. Ihr Einsatz hängt vom Wetter und den Prognosen zur Zahl der erwarteten Besucher ab.
Spätsommer in Berlin: Diese Sommerbäder sind noch geöffnet
Allein im Juli wurden im Kreuzberger Prinzenbad 91.000 Euro für den Wachdienst ausgegeben, so viel wie nie zuvor in den vergangenen Jahren. Das waren pro Tag im Schnitt 3000 Euro. Im Freibad Pankow waren es in einem Monat rund 65.000 Euro und im Sommerbad Neukölln rund 50.000 Euro – und das in Zeiten, in denen alle Bäder unter einem Mangel an Bademeistern leiden, auch weil die Arbeit nicht sehr gut bezahlt wird.
Besonders im Prinzenbad und im Columbiabad kam es in diesem Sommer zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Letzteres war eine Woche wegen hohen Krankenstands der Angestellten geschlossen. Ein Brandbrief der Belegschaft schilderte die Missstände.
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