„Im Moment hat Berlin vier Cluster, die sehr erfolgreich laufen. Wir haben natürlich das Ziel, noch stärker abzuschneiden“, sagte Steffen Krach, Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung. Ein Cluster hat ein Fördervolumen zwischen drei und zehn Millionen Euro - sie sind dementsprechend heiß begehrt. Im Dezember waren bei der DFG bereits 192 Absichtserklärungen deutscher Unis eingegangen. Darunter waren 16 Skizzen aus Berlin.
Der Wettbewerb ist die Fortsetzung der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, bei der die Freie und die Humboldt-Universität bereits Titel als „Elite-Universität“ einheimsten. Alle großen Unis warben außerdem Gelder für Forschungscluster ein. Die damit verbundenen Mittel sind aber nicht von Dauer und müssen mit Konzepten neu erobert werden.
Unglaubliche Chance für Wissenschaftsstandort
Auch die Hürde für neue Exzellenzuniversitäten ist vorgegeben: Berlins Hochschulen müssen bis zur endgültigen Entscheidung über die Cluster Ende 2018 mit mindestens drei eingereichten Projekten erfolgreich sein. Wenn das klappt, wollen die drei Unis und die Charité für den dann folgenden Elite-Wettbewerb einen gemeinsamen Antrag stellen. „Ich bin sicher, dass das eine unglaubliche Chance für den Wissenschaftsstandort Berlin ist“, sagte Krach. Kooperationen seien bereits bisher wichtiger Bestandteil des Berliner Erfolgs beim Wettbewerb gewesen. „Ich freue mich darüber, wenn die Berliner Unis gemeinsam in Konkurrenz zu anderen antreten - und nicht so sehr in Konkurrenz untereinander.“
Krach wertet das Abschneiden Berlins bei der - bisher befristeten - Exzellenzinitiative als großen Erfolg. „Die Stadt hat an internationaler Sichtbarkeit dazugewonnen - als Wissenschaftsstandort insgesamt, aber auch die einzelnen Unis.“ Berlin habe die Chance genutzt, mehr Spitzenwissenschaftler zu bekommen. „Das hatten wir vor zehn Jahren in dieser Form noch nicht. Und das hat auch Auswirkungen auf eine gute Lehre.“
Für die Anwerbung von „teuren“ Spitzenforschern aus dem Ausland steht in Berlin auch die anfangs umstrittene Einstein-Stiftung. „Die Einstein-Stiftung werden wir fortsetzen und stärken, sie ist aus der Wissenschaftslandschaft Berlins nicht mehr wegzudenken“, sagte Krach. Denn der Exzellenz-Wettbewerb hat einen großen Nachteil. „Man kann auch verlieren“, ergänzte der Staatssekretär.
Weniger Wegzug von Forschern
Insgesamt sieht er aus Deutschland weniger Wegzug von begabten Forschern an besser ausgestattete Posten im Ausland („brain drain“). „Ich sehe einen kleinen Wandel mit mittlerweile international absolut wettbewerbsfähigen Bedingungen für Wissenschaftler in Deutschland.“
So positiv sieht das die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) allerdings nicht.
Die Quote befristeter Arbeitsverträge beim wissenschaftlichen Nachwuchs liege bei einen Negativ-Rekordwert von 93 Prozent, kritisiert sie. Im internationalen Vergleich seien die Karrierewege im deutschen Wissenschaftssystem besonders lang und steinig. Aus dem Traumjob Wissenschaft könne so ein Jobtrauma werden. Am 22. März organisiert die GEW zu diesem Thema einen Kongress in Berlin. (dpa)
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