Julius Asal, Pianist im schwarzen Neopren-Pullover, riecht nach Amber, Iris und Patchouli, als wir uns im Café Strandbad Mitte treffen – und schwarzen Kaffee ordern, ohne Milch und Zucker. Asal mag es rough und pur. „Dior Homme Parfum“ hat Julius Asal heute drauf. Das Spannendste an Parfüms sei, wenn sie dann am nächsten Morgen anders riechen: „Wenn sie sich verändern. Und ein Duft riecht ja ohnehin auf jedem anders.“ So wie auch Musik in jedem Menschen anders resoniert. „Ravel riecht für mich nach Freiheit“, sagt Asal, bevor er die Kaffeetasse wieder an die Lippen führt und nippt. „Bei Ravel geht es, wie bei so viel Musik übrigens, um eine ganz bestimmte Atmosphäre, die man glaubt, riechen zu können, wie ein Parfüm, das Erinnerungen und Gefühle wachruft.“
Klassik
Der Berliner Pianist Julius Asal: „Wenn ich nachts wach liege, ist die Musik auch da“
Der Pianist Julius Asal ist Berlins aufgehender Stern am Klassikhimmel. Seine neue Platte kreist um Ravel. Der duftet für ihn nach Freiheit. Ein Treffen im Strandbad Mitte.
7 Min
Link kopiert
Die Artikel-URL wurde erfolgreich in Ihrer Zwischenablage gespeichert.
„Bei Ravel geht es um eine ganz bestimmte Atmosphäre“: Julius Asal
© Michael Reinicke