Berliner Stadtmarke

Die Retter des Ampelmännchens

Seit 20 Jahren fertigt die Ampelmann GmbH Produkte mit dem bekannten Logo.

Peter Kirnich
3 Min
Markus Heckhausen ist Gründer der Ampelmann GmbH

Markus Heckhausen ist Gründer der Ampelmann GmbH

© Paulus Ponizak

Nach dem Studium zog es ihn in den Ostteil Berlins, wo das Beinahe-Ende des Ampelmännchens zum Anfang seiner steilen beruflichen Karriere wurde. Heckhausens Ampelmann GmbH ist jetzt 20 Jahre alt. Wodurch das Freizeitvergnügen des Chefs arg eingeschränkt ist. Wenn es doch mal klappt, dann geht es ins Grüne oder mit dem Boot auf den Wannsee.

Herr Heckhausen, wollten Sie schon immer werden, was Sie jetzt sind?

Ursprünglich wollte ich Zoodirektor werden. Zum Ende der Schulzeit aber war klar: Ich möchte Design studieren und mich selbstständig machen.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Mit Unkraut jäten im Garten eines Lehrers. Es gab wohl 50 Pfennig für die Stunde. Das war ganz schön hart. Später habe ich Zeitungen ausgetragen.

Wer verdient Ihrer Meinung nach zu wenig oder zu viel?

Gute Putzfrauen verdienen zu wenig, Drogendealer zu viel, egal ob gute oder schlechte.

Was sollte ein Unternehmer niemals tun?

Er sollte klare Visionen haben, aber dabei niemals die Realität aus den Augen verlieren. Also: niemals ignorieren, was um einen herum passiert in der Firma, wie die Stimmung in der Belegschaft ist, wie gut oder schlecht sie arbeitet, aber auch, was aktuell in der Stadt und in der Politik passiert. Sonst kann man schnell mal in die falsche Richtung laufen.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?

Das sind wohl die Klassiker: einen Sommer auf der Alm , ohne Internet. Den Jakobsweg entlang nach Santiago de Compostela pilgern. Eine Pension oder ein Hotel aufmachen, irgendwo im Süden, vielleicht auf Mallorca. Und am besten künftig von dort aus die Firma in Berlin leiten oder etwas ganz anderes machen.

Welche ist Ihre Lieblings-App?

Spotify.

Wo können Sie am besten entspannen?

In der Natur, beim Joggen im Tiergarten, oder beim Rasenharken im Garten. Das alles ist für mich so ein bisschen wie Duschen oder in der Badewanne sitzen, weil man entspannen und seine Kreativität ausleben kann.

Worüber können Sie sich richtig ärgern?

Über Leute, die auf wichtigen Positionen sitzen, in der Politik, in öffentlichen Ämtern, dafür aber intellektuell gar nicht geeignet sind, weil sie über Beziehungen oder Machtspiele oder wie auch immer dazu gekommen sind. Das sind dann Leute, die Ideen blockieren. Das ärgert mich immer total. Nehmen wir als Beispiel Berlin und Fahrradstadt. Die Stadt hat ein Problem mit Smog, Lärm und Stress. Da wäre es doch sinnvoll, Berlin zur Fahrradstadt auszubauen, zumal die Mehrzahl der Berliner sicherlich dafür wäre.

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an Schulabgänger?

Sie sollten sich für eine Sache begeistern und die dann richtig durchziehen.

Womit bringt sich ein Bewerber im Vorstellungsgespräch um alle Chancen?

Wenn er sich nicht über die Firma informiert hat und nicht authentisch rüberbringen kann, dass er wirklich dort arbeiten will.

Was würden Sie mit 50 Millionen Euro in Berlin verändern?

Ich würde Berlins Dächer begrünen und die Spree zu einem Stadterlebnis-Raum machen. So, dass jeder mit seinem Bötchen darauf fahren kann, und nicht nur diese Touristen-Kähne. Zudem würde ich das ganze Ufer beleben, was ja zumindest zum Teil passiert. Aber da kann man viel mehr tun.

Baden-Württemberger können alles außer Hochdeutsch. Was können Berliner nicht?

Richtig gutes Brot und Kuchen backen, zu schweigen von Laugenbrezeln.

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