Berliner Stadtreinigung BSR

Müllabfuhr in Berlin soll teurer werden

Die Berliner Stadtreinigung plant offenbar, die Gebühren für die Müllabfuhr im kommenden Jahr zu erhöhen. Doch niemand regt sich über die Preissteigerungen auf. Denn Berlin bleibt immer noch die Großstadt mit den niedrigsten Abfallgebühren.

Stefan Strauß
3 Min
Ein Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) entleert einer Mülltonne. Ab 2013 sollen die Gebühren für die Müllabfuhr steigen.

Ein Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) entleert einer Mülltonne. Ab 2013 sollen die Gebühren für die Müllabfuhr steigen.

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In welcher Höhe die neuen Tarife die jeweiligen Haushalte belasten, kann man generell nicht sagen. Das hängt ab von der Wohnform und der Menge des Hausmülls. So kosten die meist von Eigenheimbesitzern genutzten Tonnen für 60 Liter Hausmüll künftig 66,75 Euro pro Quartal (bisher 64,08 Euro pro Quartal), der Preis für die 120-Liter-Tonne steigt von 76,94 Euro auf 81,87 Euro pro Quartal.

Bei der 60-Liter Biotonne steigt der Quartalspreis von 30,50 Euro auf 31,30 Euro, die 120-Liter-Biotonne kostet künftig 32,60 Euro im Quartal (bisher 30,50 Euro). Die Wertstofftonne, auch Klimatonne genannt, sowie die Orange Box stellt die BSR künftig weiterhin kostenlos auf, um die Bewohner zur Abfalltrennung zu animieren. Weiterhin kostenlos können die Berliner die 15 Recyclinghöfe in der Stadt nutzen.

Lob vom Mieterverein

Für die steigenden Kosten bei der Straßenreinigung ist es ebenso schwierig, eine konkrete Summe zu nennen. Ein Beispiel: Für ein Einfamilienhaus auf einem 500 Quadratmeter großen Grundstück im Siedlungsgebiet, wo die Straßen nur einmal pro Woche gereinigt werden, steigen die monatlichen Gebühren um etwa 20 Cent. Liegt dieses Grundstück in einem Viertel, wo die BSR die Straßen jeden Tag säubert, müssen die Hausbesitzer 1,40 Euro mehr pro Monat zahlen. Für die Sperrmüllabfuhr gilt ab 2013 ein einheitlicher Tarif von 50 Euro für 5 Kubikmeter. Jeder weitere Kubikmeter kostet 10 Euro. Bisher zahlten Privatkunden, die den Sperrmüllcontainer ebenerdig aufstellen ließen, nur 30 Euro.

Trotz der Erhöhungen bleibt Berlin unter den 15 größten Städten des Landes die Stadt mit den geringsten Abfallgebühren. Und so gibt es weder von politischer Seite noch von den Interessenverbänden der Mieter und Hauseigentümer Protest. „Insgesamt sind die neuen BSR-Gebühren für 2012 und 2013 angemessen kalkuliert“, sagt Daniel Buchholz, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Der Mieterverein und der Eigentümerverband Haus & Grund loben. „Es grenzt schon an ein Wunder, dass die Gebühren zu den niedrigsten in Deutschland gehören.“

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