Berliner Stadtschloss

„Jeder König, jeder Kaiser hat etwas verändert“

Genialer Entwurf oder Kulissenschieberei: Experten streiten beim Leserforum über den Braunfels-Vorschlag zum Berliner Schloss.

Ulrich Paul
16 Min
Lebhafte Debatte: Manfred Rettig, Vorstandschef der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum, Theresa Keilhacker, Vize-Präsidentin der Berliner Architektenkammer, Architekt Stephan Braunfels und der Feuilletonchef der Berliner Zeitung, Harald Jähner (von links).

Lebhafte Debatte: Manfred Rettig, Vorstandschef der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum, Theresa Keilhacker, Vize-Präsidentin der Berliner Architektenkammer, Architekt Stephan Braunfels und der Feuilletonchef der Berliner Zeitung, Harald Jähner (von links).

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Es war eine spannende Debatte. Vor 500 Besuchern im Haus des Berliner Verlags diskutierten am Montagabend der Architekt Stephan Braunfels, die Vize-Präsidentin der Architektenkammer Theresa Keilhacker, der Vorstandschef der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum Manfred Rettig und der Feuilletonchef der Berliner Zeitung Harald Jähner über den Wiederaufbau des Schlosses. Anlass: Der Braunfels-Vorschlag, auf den von Franco Stella geplanten Ostflügel am Schloss zu verzichten und das Gebäude Richtung Fernsehturm zu öffnen. Im Folgenden dokumentieren wir Auszüge aus der Debatte.

Stephan Braunfels: Das entscheidende ist für mich die städtebauliche Idee: Die Öffnung des Schlosses und die Bildung einer neuen Mitte eines vereinten Berlins. Es hat mich von Anfang an fasziniert, das Schloss wiederaufzubauen. Ich wollte aber etwas ganz Neues daraus machen. Das Schloss stand immer mit dem Rücken zur Stadt und entwickelte sich nach Westen. Nach dem Fall der Mauer war eine ganz große Chance da, und sie ist noch immer da, dass sich die Entwicklung in die Mitte der Stadt und nach Osten richtet. Da ist viel zu entwickeln, und das Schloss ist das entscheidende Gelenk dabei.

Manfred Rettig: Ich habe mit Herrn Braunfels vier Jahre zusammen gearbeitet und habe ihn als Architekt sehr schätzen gelernt. Er hat tolle Projekte gemacht, die sich mit modernen Fassaden beschäftigen. Die Kulissenschieberei, die er hier vorhat, lehne ich ab. Das sind hier auch keine Bereiche, die symbolisch für die Wiedervereinigung stehen. Das Thema Wiedervereinigung ist im Spreebogen abgehandelt – mit der großen Spange über die Spree.

Stephan Braunfels, Architekt, hat die Debatte ums Schloss neu belebt. Er sagt: „Wenn sich der Schlüterhof auf die Mitte Berlins öffnet, dann öffnet sich das ganze Humboldtforum auf die Stadt!“

Stephan Braunfels, Architekt, hat die Debatte ums Schloss neu belebt. Er sagt: „Wenn sich der Schlüterhof auf die Mitte Berlins öffnet, dann öffnet sich das ganze Humboldtforum auf die Stadt!“

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Theresa Keilhacker, Vize-Präsidentin der Architektenkammer, hält das ganze Schlossprojekt für falsch. Sie hätte sich eine temporäre Nutzung des asbestsanierten Palastes der Republik gewünscht.

Theresa Keilhacker, Vize-Präsidentin der Architektenkammer, hält das ganze Schlossprojekt für falsch. Sie hätte sich eine temporäre Nutzung des asbestsanierten Palastes der Republik gewünscht.

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Manfred Rettig, Vorstandssprecher der Stiftung Berliner Schloss–Humboldtforum, verteidigt die aktuelle Planung. Er lehnt Braunfels’ Idee ab, warnt vor einer „Kulissenschieberei“.

Manfred Rettig, Vorstandssprecher der Stiftung Berliner Schloss–Humboldtforum, verteidigt die aktuelle Planung. Er lehnt Braunfels’ Idee ab, warnt vor einer „Kulissenschieberei“.

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Harald Jähner, Feuilleton-Chef der Berliner Zeitung, meint, dass Braunfels das gute Recht hat, sich im letzten Moment nach vorne zu drängeln, um einen eklatanten Fehler zu verhindern.

Harald Jähner, Feuilleton-Chef der Berliner Zeitung, meint, dass Braunfels das gute Recht hat, sich im letzten Moment nach vorne zu drängeln, um einen eklatanten Fehler zu verhindern.

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Nikolaus Bernau, Architekturkritiker der Berliner Zeitung, findet, dass dringend über die Ostfassade diskutiert werden muss, weil sie in dieser Form das Humboldtforum von der Stadt abriegeln wird.

Nikolaus Bernau, Architekturkritiker der Berliner Zeitung, findet, dass dringend über die Ostfassade diskutiert werden muss, weil sie in dieser Form das Humboldtforum von der Stadt abriegeln wird.

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Stephan Braunfels: Es ist eben, Herr Rettig, nicht eine Kulissenschieberei. Ich habe mich immer gefragt, Kulissen? Das ist doch ein bisschen selbstverräterisch, dass hier Kulissen aufgebaut werden, die ich angeblich verschiebe. Mir geht es nicht darum. Ich will nicht einfach das alte Schloss bauen. Man muss eine städtebauliche Vision haben. Dafür muss man das Schloss vielleicht umdrehen. Das Umdrehen stellt sich bei mir dar im Umdrehen des Schlüterhofs. Schlüter hatte die vierte Fassade, die ich jetzt bauen will, auch geplant. Aber er konnte sie nicht mehr realisieren, weil er sein Amt verlor. Mein Entwurf ist eine Hommage an Schlüter. Und gleichzeitig wird das Schloss auf die Mitte der Stadt geöffnet.

Das Berliner Stadtschloss - Damals und heute

Das Berliner Schloss, seit einiger Zeit auch Berliner Stadtschloss genannt, war die Hauptresidenz (Winterresidenz) der Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg. Später residierten hier die preußischen Könige und die deutschen Kaiser. Es stand auf der Spreeinsel in Berlin-Mitte. Begründet wurde der Bau des Schlosses 1443 vom Kurfürsten Friedrich II.

Das Berliner Schloss, seit einiger Zeit auch Berliner Stadtschloss genannt, war die Hauptresidenz (Winterresidenz) der Markgrafen und Kurfürsten von Brandenburg. Später residierten hier die preußischen Könige und die deutschen Kaiser. Es stand auf der Spreeinsel in Berlin-Mitte. Begründet wurde der Bau des Schlosses 1443 vom Kurfürsten Friedrich II.

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Das Gebäude erstreckte sich mit 200 Meter Länge, 120 Meter Breite und einer 70 Meter hohen Kuppel über das gesamte Gelände.

Das Gebäude erstreckte sich mit 200 Meter Länge, 120 Meter Breite und einer 70 Meter hohen Kuppel über das gesamte Gelände.

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Die barocke Form und opulente Innenausstattung des Schlosses wurde 1700 durch Andreas Schlüter geschaffen. Viele sehen hierin sein Meisterwerk. Im Bild: der Säulensaal.

Die barocke Form und opulente Innenausstattung des Schlosses wurde 1700 durch Andreas Schlüter geschaffen. Viele sehen hierin sein Meisterwerk. Im Bild: der Säulensaal.

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Auch wenn das Berliner Schloss unvollendet im Sinne der Planungen Schlüters und Eosanders blieb, wo es als Teil einer zu errichtenden größeren städtebaulichen Anlage gedacht war, so stellte es doch mit den umliegenden Gebäuden in der Mitte Berlins ein repräsentatives städtebauliches Ensemble dar. Hier im Bild: der Konzertsaal von Gontard

Auch wenn das Berliner Schloss unvollendet im Sinne der Planungen Schlüters und Eosanders blieb, wo es als Teil einer zu errichtenden größeren städtebaulichen Anlage gedacht war, so stellte es doch mit den umliegenden Gebäuden in der Mitte Berlins ein repräsentatives städtebauliches Ensemble dar. Hier im Bild: der Konzertsaal von Gontard

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Hier im Bild: Königskammer II.

Hier im Bild: Königskammer II.

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Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Stadtschloss nur noch eine ausgebrannte Ruine. Flammen nach einem Bombenangriff am 3. Februar 1945 zerstörten das Gebäude. Das Feuer hatte nahezu alle Prunkräume im Nord- und Südflügel vernichtet. Weitere Schäden entstanden an der Schlossplatzfassade durch Artilleriebeschuss. Erhalten blieben die Außenmauern mitsamt dem plastischen Schmuck, die tragenden Wände und größtenteils die Haupttreppenhäuser. Am 7. September 1950 wurde mit der Sprengung des Schlosses begonnen, wie hier zu sehen mit dem Apotheken-Flügel, dem ältesten Teil des Schlosses.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Stadtschloss nur noch eine ausgebrannte Ruine. Flammen nach einem Bombenangriff am 3. Februar 1945 zerstörten das Gebäude. Das Feuer hatte nahezu alle Prunkräume im Nord- und Südflügel vernichtet. Weitere Schäden entstanden an der Schlossplatzfassade durch Artilleriebeschuss. Erhalten blieben die Außenmauern mitsamt dem plastischen Schmuck, die tragenden Wände und größtenteils die Haupttreppenhäuser. Am 7. September 1950 wurde mit der Sprengung des Schlosses begonnen, wie hier zu sehen mit dem Apotheken-Flügel, dem ältesten Teil des Schlosses.

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Auf dem Gelände des ehemaligen Schloss wurde von 1973 bis 1976 der Palast der Republik errichtet. Er war Sitz der Volkskammer, des Parlamentes der DDR, und beherbergte eine große Zahl von Veranstaltungsräumen eines öffentlichen Kulturhauses. In dieser Doppelnutzung sollte er als ein Symbol des Arbeiter- und Bauernstaates gelten.

Auf dem Gelände des ehemaligen Schloss wurde von 1973 bis 1976 der Palast der Republik errichtet. Er war Sitz der Volkskammer, des Parlamentes der DDR, und beherbergte eine große Zahl von Veranstaltungsräumen eines öffentlichen Kulturhauses. In dieser Doppelnutzung sollte er als ein Symbol des Arbeiter- und Bauernstaates gelten.

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Die Westfassade im Palast der Republik in Berlin mit dem Emblem der DDR an der Fensterfront, aufgenommen im Juni 1976. Die typischen Kugelleuchten brachten dem Gebäude seinen Spitznamen "Erichs Lampenladen".

Die Westfassade im Palast der Republik in Berlin mit dem Emblem der DDR an der Fensterfront, aufgenommen im Juni 1976. Die typischen Kugelleuchten brachten dem Gebäude seinen Spitznamen "Erichs Lampenladen".

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Der deutsche Rockmusiker Udo Lindenberg und sein Panikorchester beim Auftritt in der Veranstaltung "Für den Frieden der Welt" am 25.10.1983 im Palast der Republik: Vier Lieder durfte Lindenberg, der acht Jahre um eine Auftrittsgenehmigung in der DDR gekämpft hatte, bei dem von der FDJ organisierten Konzert singen. "Gitarren statt Knarren": Kein Künstler hat sich so für die deutsche Wiedervereinigung eingesetzt wie Udo Lindenberg.

Der deutsche Rockmusiker Udo Lindenberg und sein Panikorchester beim Auftritt in der Veranstaltung "Für den Frieden der Welt" am 25.10.1983 im Palast der Republik: Vier Lieder durfte Lindenberg, der acht Jahre um eine Auftrittsgenehmigung in der DDR gekämpft hatte, bei dem von der FDJ organisierten Konzert singen. "Gitarren statt Knarren": Kein Künstler hat sich so für die deutsche Wiedervereinigung eingesetzt wie Udo Lindenberg.

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Der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honecker (winkend links), Michail Gorbatschow (links daneben), Generalsekretär des ZK der KPdSU, und weitere Partei-Funktionäre bei einer Veranstaltung zum XI. Parteitag der SED im April 1986 in Berlin vor dem Palast der Republik.

Der Generalsekretär des ZK der SED und Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honecker (winkend links), Michail Gorbatschow (links daneben), Generalsekretär des ZK der KPdSU, und weitere Partei-Funktionäre bei einer Veranstaltung zum XI. Parteitag der SED im April 1986 in Berlin vor dem Palast der Republik.

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Blick in den Tagungssaal im Palast der Republik während des XI. Parteitags der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) am 19. April 1986 in Ost-Berlin (DDR).

Blick in den Tagungssaal im Palast der Republik während des XI. Parteitags der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) am 19. April 1986 in Ost-Berlin (DDR).

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Festumzug anlässlich 750 Jahre Berlin am Palast der Republik, aufgenommen am 05.07.1987.

Festumzug anlässlich 750 Jahre Berlin am Palast der Republik, aufgenommen am 05.07.1987.

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Der Generalsekretär des ZK der SED, Egon Krenz (vorn, r), am 24.10.1989 in der DDR-Volkskammer. An diesem Tag wurde er als neuer Vorsitzender des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates der DDR gewählt.

Der Generalsekretär des ZK der SED, Egon Krenz (vorn, r), am 24.10.1989 in der DDR-Volkskammer. An diesem Tag wurde er als neuer Vorsitzender des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates der DDR gewählt.

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Plakate und Transparente mit Losungen, Forderungen oder frechen Sprüchen (hier eine Anspielung auf den neuen SED-Chef Egon Krenz): Friedlich demonstrieren am 04. November 1989 bis zu 500.000 Menschen in Ost-Berlin bei der größten Protestdemonstration in der Geschichte der DDR, wie hier vor dem Palast der Republik. Unterschiedlichste Gruppen leiteten damit eine weitere Etappe in der Wende der DDR eingeleitet - fünf Tage später wurde die Grenze zum Westen geöffnet.

Plakate und Transparente mit Losungen, Forderungen oder frechen Sprüchen (hier eine Anspielung auf den neuen SED-Chef Egon Krenz): Friedlich demonstrieren am 04. November 1989 bis zu 500.000 Menschen in Ost-Berlin bei der größten Protestdemonstration in der Geschichte der DDR, wie hier vor dem Palast der Republik. Unterschiedlichste Gruppen leiteten damit eine weitere Etappe in der Wende der DDR eingeleitet - fünf Tage später wurde die Grenze zum Westen geöffnet.

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Schloss-Simulation auf dem Schlossplatz: Von Juni 1993 bis September 1994 schuf dieser originalgroße „Schlossvorhang“ vor der Frontseite des Palastes der Republik die Illusion des wiederaufgebauten Schlosses.

Schloss-Simulation auf dem Schlossplatz: Von Juni 1993 bis September 1994 schuf dieser originalgroße „Schlossvorhang“ vor der Frontseite des Palastes der Republik die Illusion des wiederaufgebauten Schlosses.

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Der leerstehende Palast der Republik am Abend des 09. Februars 2004 bei frostigem Berliner Winterwetter.

Der leerstehende Palast der Republik am Abend des 09. Februars 2004 bei frostigem Berliner Winterwetter.

© dpa Lizenz

Blick auf die Ruine des Palastes der Republik am Mittwoch (10.05.2006) in Berlin. Die endgültige Entscheidung zum Abriss des Gebäudes, in dem bis zur politischen Wende auch die DDR-Volkskammer ihren Sitz hatte, fiel im Bundestag zu Jahresbeginn 2006. Zuvor war das völlig entkernte Bauwerk noch für verschiedene kulturelle Projekte und touristische Führungen genutzt worden.

Blick auf die Ruine des Palastes der Republik am Mittwoch (10.05.2006) in Berlin. Die endgültige Entscheidung zum Abriss des Gebäudes, in dem bis zur politischen Wende auch die DDR-Volkskammer ihren Sitz hatte, fiel im Bundestag zu Jahresbeginn 2006. Zuvor war das völlig entkernte Bauwerk noch für verschiedene kulturelle Projekte und touristische Führungen genutzt worden.

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Wie zum Beispiel für die Veranstaltungsreihe "Volkspalast". Das Gebäude wurde damit ein aktiver öffentlicher Ort der freien Kunstproduktion, ein spekulativer Denkort. Zahlreiche spezifisch für diesen Rohbau entwickelte Kunst- und Kulturprojekte dienten der "Erkundung des Neuen". Das Experiment "Volkspalast" macht aus dem Rohen und Unfertigen einen Vorschlag zur Belebung des hauptstädtischen Zentrums. In Anlehnung an "Erichs Lampenladen" bekam jeder Gast, der eine Stehlampe mitbrachte, freien Eintritt.

Wie zum Beispiel für die Veranstaltungsreihe "Volkspalast". Das Gebäude wurde damit ein aktiver öffentlicher Ort der freien Kunstproduktion, ein spekulativer Denkort. Zahlreiche spezifisch für diesen Rohbau entwickelte Kunst- und Kulturprojekte dienten der "Erkundung des Neuen". Das Experiment "Volkspalast" macht aus dem Rohen und Unfertigen einen Vorschlag zur Belebung des hauptstädtischen Zentrums. In Anlehnung an "Erichs Lampenladen" bekam jeder Gast, der eine Stehlampe mitbrachte, freien Eintritt.

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Der Abriss des Gebäudes erntete aber auch einigen Widerspruch. So wurde im Januar 2006 für den Erhalt des Palastes der Republik auf dem Schlossplatz in Mitte demonstriert.

Der Abriss des Gebäudes erntete aber auch einigen Widerspruch. So wurde im Januar 2006 für den Erhalt des Palastes der Republik auf dem Schlossplatz in Mitte demonstriert.

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Während der Veranstaltung gab es eine Aktion von Greenpeace, die ein Transparent an der Fassade des Palastes entfalteten.

Während der Veranstaltung gab es eine Aktion von Greenpeace, die ein Transparent an der Fassade des Palastes entfalteten.

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Im Februar 2006 wurden dann die Abrissarbeiten begonnen.

Im Februar 2006 wurden dann die Abrissarbeiten begonnen.

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Demontage des Palastes der Republik, im Hintergrund Berliner Fernsehturm (aufgenommen am 17.03.2008).

Demontage des Palastes der Republik, im Hintergrund Berliner Fernsehturm (aufgenommen am 17.03.2008).

© Berliner Zeitung Lizenz

Nach dem Abriss erinnern zunächst lediglich noch einige Pfeiler an den Palast der Republik (Foto vom 08.09.2008).

Nach dem Abriss erinnern zunächst lediglich noch einige Pfeiler an den Palast der Republik (Foto vom 08.09.2008).

© Berliner Zeitung Lizenz

Vorher und nachher: Oben der Schlossplatz mit dem ehemaligen Palast der Republik, dem Berliner Dom und dem Fernsehturm (Archivfoto vom 24.10.2002) und unten das gleiche Areal auf einem Archivfoto vom 02.12.2008.

Vorher und nachher: Oben der Schlossplatz mit dem ehemaligen Palast der Republik, dem Berliner Dom und dem Fernsehturm (Archivfoto vom 24.10.2002) und unten das gleiche Areal auf einem Archivfoto vom 02.12.2008.

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Eine Miniversion des abgerissenen Palastes der Republik auf dem Schlossplatz, aufgenommen an 17.09.2009.

Eine Miniversion des abgerissenen Palastes der Republik auf dem Schlossplatz, aufgenommen an 17.09.2009.

© Berliner Kurier Lizenz

Das Schlossäußere soll auf dem Areal wieder aufgebaut werden, inklusive Humboldt-Forum.

Das Schlossäußere soll auf dem Areal wieder aufgebaut werden, inklusive Humboldt-Forum.

© Gerd Engelsmann Lizenz

Die Bauarbeiten dazu sind inzwischen in vollem Gange.

Die Bauarbeiten dazu sind inzwischen in vollem Gange.

© Gerd Engelsmann Lizenz

Laut Bundestagsbeschluss soll der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses 552 Millionen Euro kosten, einschließlich der Umzugskosten der Museen in Höhe von 72 Millionen Euro.

Laut Bundestagsbeschluss soll der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses 552 Millionen Euro kosten, einschließlich der Umzugskosten der Museen in Höhe von 72 Millionen Euro.

© Berliner Zeitung Gerd Engelsmann Lizenz

Durch die Verzögerungen vor Baubeginn und eine neue, genaue Kalkulation hat sich der Baupreis inzwischen auf eine Gesamtsumme von 590 Millionen Euro erhöht.

Durch die Verzögerungen vor Baubeginn und eine neue, genaue Kalkulation hat sich der Baupreis inzwischen auf eine Gesamtsumme von 590 Millionen Euro erhöht.

© Gerd Engelsmann Lizenz

Das Stadtschloss soll nun nur noch rein kulturell genutzt werden, es wird zusammen mit den Museen der Spreeinsel ein Zentrum der Weltkulturen und -künste.

Das Stadtschloss soll nun nur noch rein kulturell genutzt werden, es wird zusammen mit den Museen der Spreeinsel ein Zentrum der Weltkulturen und -künste.

© Gerd Engelsmann Lizenz

Das neugestaltete Schloss von der Schlossbrücke aus gesehen: Wer von der Straße Unter den Linden kommt, dem wird sich ab dem Jahr 2019 dieses Bild präsentieren.

Das neugestaltete Schloss von der Schlossbrücke aus gesehen: Wer von der Straße Unter den Linden kommt, dem wird sich ab dem Jahr 2019 dieses Bild präsentieren.

© © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss/Arch. Franco Stella

Der Übergang zwischen der modernen Fassade und der Barockfassade soll durch die Rekonstruktion des Eckrondels an der Südostecke harmonisch gestaltet werden. Ursprünglich war der Wiederaufbau des Rondells nicht geplant. Nachdem sich ein Spender bereit erklärte, die Kosten in Höhe von einer Million Euro zu übernehmen, wurde die Planung aber noch einmal geändert.

Der Übergang zwischen der modernen Fassade und der Barockfassade soll durch die Rekonstruktion des Eckrondels an der Südostecke harmonisch gestaltet werden. Ursprünglich war der Wiederaufbau des Rondells nicht geplant. Nachdem sich ein Spender bereit erklärte, die Kosten in Höhe von einer Million Euro zu übernehmen, wurde die Planung aber noch einmal geändert.

© © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss/Arch. Franco Stella

Die Ostseite modern, der Rest mit barocker Fassade: so soll sich das Humboldtforum präsentieren, wenn es fertig ist.

Die Ostseite modern, der Rest mit barocker Fassade: so soll sich das Humboldtforum präsentieren, wenn es fertig ist.

© © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss/Arch. Franco Stella

Im Innern soll das neue Schloss modern gestaltet werden. Sogar mit Rolltreppen - das erinnert an ein Kaufhaus. Ob es zu Barockfassaden passt?

Im Innern soll das neue Schloss modern gestaltet werden. Sogar mit Rolltreppen - das erinnert an ein Kaufhaus. Ob es zu Barockfassaden passt?

© © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss/Arch. Franco Stella

Mit einem großen Vorhang soll der Haupteingang zu einer Bühne für kulturelle Veranstaltungen in der Agora verwandelt werden.

Mit einem großen Vorhang soll der Haupteingang zu einer Bühne für kulturelle Veranstaltungen in der Agora verwandelt werden.

© © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss/Arch. Franco Stella

Das neue Schloss entsteht auf der Spreeinsel. Lustgarten und Berliner Dom liegen im Norden, das Marx-Engels-Forum im Osten (hier rechts im Bild).

Das neue Schloss entsteht auf der Spreeinsel. Lustgarten und Berliner Dom liegen im Norden, das Marx-Engels-Forum im Osten (hier rechts im Bild).

© © Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss/Arch. Franco Stella

Der neue Schlossplatz soll einen Bodenbelag aus Kleinsteinpflaster erhalten. Die wenigen Bäume und Grünflächen weisen historische Bezüge auf. Sie werden dort angelegt, wo sich früher die Schlossterrassen, der Apothekerflügel und der Schlossgarten befanden.

Der neue Schlossplatz soll einen Bodenbelag aus Kleinsteinpflaster erhalten. Die wenigen Bäume und Grünflächen weisen historische Bezüge auf. Sie werden dort angelegt, wo sich früher die Schlossterrassen, der Apothekerflügel und der Schlossgarten befanden.

© bbz Landschaftsarchitekten Lizenz

Der siegreiche Entwurf des Büros bbz Landschaftsarchitekten (links) konnte sich im Preisgericht mit 8 zu 5 Stimmen gegen die zweitplatzierte Arbeit des Büros WES Landschaftsarchitektur durchsetzen. Auf Platz drei kommt das Büro Lützow 7, Platz 4 belegte das Büro Levin Monsigny Landschaftsarchitekten (alle aus Berlin). Die Entwürfe werden vom 5. bis 17. Februar im Neuen Stadthaus, Parochialstraße 1–3 in Mitte, ausgestellt. Mo bis Fr 13–19 Uhr, Sa/So 11–19 Uhr.

Der siegreiche Entwurf des Büros bbz Landschaftsarchitekten (links) konnte sich im Preisgericht mit 8 zu 5 Stimmen gegen die zweitplatzierte Arbeit des Büros WES Landschaftsarchitektur durchsetzen. Auf Platz drei kommt das Büro Lützow 7, Platz 4 belegte das Büro Levin Monsigny Landschaftsarchitekten (alle aus Berlin). Die Entwürfe werden vom 5. bis 17. Februar im Neuen Stadthaus, Parochialstraße 1–3 in Mitte, ausgestellt. Mo bis Fr 13–19 Uhr, Sa/So 11–19 Uhr.

© BLZ/Anja Kühl Lizenz

An der Stelle, wo sich früher der Schlossgarten befand, soll eine Trauerweide gepflanzt werden. Dieser Platz wird auch für Rollstuhlfahrer zu erreichen sein - über Rampen.

An der Stelle, wo sich früher der Schlossgarten befand, soll eine Trauerweide gepflanzt werden. Dieser Platz wird auch für Rollstuhlfahrer zu erreichen sein - über Rampen.

© bbz Landschaftsarchitekten Lizenz

An der Südseite des Schlossplatzes sollen Bankmonolithe aus Stein aufgestellt werden.

An der Südseite des Schlossplatzes sollen Bankmonolithe aus Stein aufgestellt werden.

© bbz Landschaftsarchitekten Lizenz

So soll die Umgebung des Schlosses von der Ostseite aussehen: Vor der Fassade, die hier modern gestaltet wird, verläuft ein Uferweg an der Spree, der über Rampen mit dem Erdgeschoss verbunden ist. Dort laden Cafés und Restaurants Besucher ein.

So soll die Umgebung des Schlosses von der Ostseite aussehen: Vor der Fassade, die hier modern gestaltet wird, verläuft ein Uferweg an der Spree, der über Rampen mit dem Erdgeschoss verbunden ist. Dort laden Cafés und Restaurants Besucher ein.

© bbz Landschaftsarchitekten Lizenz

So soll der Schlossplatz von der Schlossbrücke aussehen: Der Boden wird mit Kleinsteinpflaster belegt, an der Stelle des früheren Apothekerflügels werden Bäume gepflanzt.

So soll der Schlossplatz von der Schlossbrücke aussehen: Der Boden wird mit Kleinsteinpflaster belegt, an der Stelle des früheren Apothekerflügels werden Bäume gepflanzt.

© bbz Landschaftsarchitekten Lizenz

Harald Jähner: Das wirklich Geniale des Entwurfs von Braunfels ist, dass er etwas macht, was sich die Hohenzollern nie hätten träumen lassen: das Schloss zur Stadt hin zu öffnen. Das ist natürlich ein enormer Eingriff, aber an drei Seiten bleibt das Schloss, wie es war. Braunfels zeigt mit seinem Vorschlag, dass nun ein ganz anderer Geist da ist, als in der feudalen Zeit, wo man sich in der Mitte der Stadt demonstrativ in aller Stärke einbunkerte. Mich fasziniert, wie sich durch Weglassen so ein Bau verändern kann. Das ist eine Erfahrung, die ich als Redakteur auch immer mache. Durch Streichen mancher Passage gewinnt fast jeder Text.

Die Ostseite modern, der Rest mit barocker Fassade: so soll sich das Humboldtforum präsentieren, wenn es fertig ist.

Die Ostseite modern, der Rest mit barocker Fassade: so soll sich das Humboldtforum präsentieren, wenn es fertig ist.

© © Stiftung Berliner Schloss – Lizenz

Der Übergang zwischen der modernen Fassade und der Barockfassade soll durch die Rekonstruktion des Eckrondels an der Südostecke harmonisch gestaltet werden. Ursprünglich war der Wiederaufbau des Rondells nicht geplant. Nachdem sich ein Spender bereit erklärte, die Kosten in Höhe von einer Million Euro zu übernehmen, wurde die Planung aber noch einmal geändert.

Der Übergang zwischen der modernen Fassade und der Barockfassade soll durch die Rekonstruktion des Eckrondels an der Südostecke harmonisch gestaltet werden. Ursprünglich war der Wiederaufbau des Rondells nicht geplant. Nachdem sich ein Spender bereit erklärte, die Kosten in Höhe von einer Million Euro zu übernehmen, wurde die Planung aber noch einmal geändert.

© © Stiftung Berliner Schloss – Lizenz

Im Innern soll das neue Schloss modern gestaltet werden. Sogar mit Rolltreppen - das erinnert an ein Kaufhaus. Ob es zu Barockfassaden passt?

Im Innern soll das neue Schloss modern gestaltet werden. Sogar mit Rolltreppen - das erinnert an ein Kaufhaus. Ob es zu Barockfassaden passt?

© © Stiftung Berliner Schloss – Lizenz

Zwischen dem früheren Schlüterhof und dem Eosanderhof schafft Schloss-Architekt Franco Stella einen neuen Raum: das Schlossforum. Es dient als Durchgang vom Lustgarten zur Breite Straße.

Zwischen dem früheren Schlüterhof und dem Eosanderhof schafft Schloss-Architekt Franco Stella einen neuen Raum: das Schlossforum. Es dient als Durchgang vom Lustgarten zur Breite Straße.

© © Stiftung Berliner Schloss – Lizenz

Das neue Schloss entsteht auf der Spreeinsel. Lustgarten und Berliner Dom liegen im Norden, das Marx-Engels-Forum im Osten (hier rechts im Bild).

Das neue Schloss entsteht auf der Spreeinsel. Lustgarten und Berliner Dom liegen im Norden, das Marx-Engels-Forum im Osten (hier rechts im Bild).

© © Stiftung Berliner Schloss Lizenz

Blick in die sogenannte Agora - so nennen die Planer den überdachten Eosanderhof jetzt. Hier sollen künftig Veranstaltungen stattfinden. Im Hintergrund ist der Haupteingang zu sehen.

Blick in die sogenannte Agora - so nennen die Planer den überdachten Eosanderhof jetzt. Hier sollen künftig Veranstaltungen stattfinden. Im Hintergrund ist der Haupteingang zu sehen.

© © Stiftung Berliner Schloss Lizenz

Viel Raum bietet die Agora. Bei Konzerten werden die Gäste auf Stühlen im Hof und von den Galeriegängen in den verschiedenen Stockwerken die Veranstaltung verfolgen können.

Viel Raum bietet die Agora. Bei Konzerten werden die Gäste auf Stühlen im Hof und von den Galeriegängen in den verschiedenen Stockwerken die Veranstaltung verfolgen können.

© © Stiftung Berliner Schloss Lizenz

Mit einem großen Vorhang soll der Haupteingang zu einer Bühne für kulturelle Veranstaltungen in der Agora verwandelt werden.

Mit einem großen Vorhang soll der Haupteingang zu einer Bühne für kulturelle Veranstaltungen in der Agora verwandelt werden.

© © Stiftung Berliner Schloss Lizenz

Das Schloss von der Schlossbrücke aus gesehen: Wer von der Straße Unter den Linden kommt, dem wird sich ab dem Jahr 2019 dieses Bild präsentieren.

Das Schloss von der Schlossbrücke aus gesehen: Wer von der Straße Unter den Linden kommt, dem wird sich ab dem Jahr 2019 dieses Bild präsentieren.

© © Stiftung Berliner Schloss Lizenz

Auf drei Herren kommt es an – sie sind für den Bau des neuen Schlosses besonders wichtig. 1) Wilhelm von Boddien, 70, Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss. Er ist dafür verantwortlich, dass die zugesagten 80 Millionen Euro Spenden für die Rekonstruktion der Barockfassade in die Kasse kommen. Der Förderverein hatte das Geld versprochen, damit das Gebäude auf dem Schlossplatz nicht teurer wird als ein Haus mit moderner Architektur. Dass jetzt der Bau beginnt, sei für ihn „ein absoluter Höhepunkt“, sagt von Boddien. Obwohl noch rund 60 Millionen in der Kasse fehlen, ist er sicher, das Ziel zu erreichen. „Wir haben das 20-fache dessen, was die Frauenkirche zum Baubeginn hatte.“

Auf drei Herren kommt es an – sie sind für den Bau des neuen Schlosses besonders wichtig. 1) Wilhelm von Boddien, 70, Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss. Er ist dafür verantwortlich, dass die zugesagten 80 Millionen Euro Spenden für die Rekonstruktion der Barockfassade in die Kasse kommen. Der Förderverein hatte das Geld versprochen, damit das Gebäude auf dem Schlossplatz nicht teurer wird als ein Haus mit moderner Architektur. Dass jetzt der Bau beginnt, sei für ihn „ein absoluter Höhepunkt“, sagt von Boddien. Obwohl noch rund 60 Millionen in der Kasse fehlen, ist er sicher, das Ziel zu erreichen. „Wir haben das 20-fache dessen, was die Frauenkirche zum Baubeginn hatte.“

© dpa Lizenz

Franco Stella, 69, Architekt und Chefplaner. Der Italiener gewann am 28. November 2008 den Architektenwettbewerb. Für die umfangreiche Planung hat Stella eine Projektgemeinschaft mit den renommierten Architekturbüros Hilmer, Sattler und Albrecht sowie von Gerkan, Marg & Partner (gmp) gegründet. Hilmer, Sattler und Albrecht sind für die Entwurfs- und Ausführungsplanung zuständig, gmp für die Bauleitung.

Franco Stella, 69, Architekt und Chefplaner. Der Italiener gewann am 28. November 2008 den Architektenwettbewerb. Für die umfangreiche Planung hat Stella eine Projektgemeinschaft mit den renommierten Architekturbüros Hilmer, Sattler und Albrecht sowie von Gerkan, Marg & Partner (gmp) gegründet. Hilmer, Sattler und Albrecht sind für die Entwurfs- und Ausführungsplanung zuständig, gmp für die Bauleitung.

© dapd Lizenz

Manfred Rettig, 60, Geschäftsführer der Stiftung Berliner Schloss- Humboldtforum. Er ist der zuständige Baumanager des Projekts und muss dafür sorgen, dass Kosten und Termine eingehalten werden. Dass er große Projekte stemmen kann, hat Rettig schon unter Beweis gestellt. Unter dem früheren Bundesbauminister Klaus Töpfer (CDU) managte er in den 90er-Jahren erfolgreich den Regierungsumzug von Bonn nach Berlin. Von 2001 bis 2009 war Rettig als Geschäftsführer bei der Bundesbaugesellschaft unter anderem für die Mängelbeseitigung im Parlamentsviertel zuständig.

Manfred Rettig, 60, Geschäftsführer der Stiftung Berliner Schloss- Humboldtforum. Er ist der zuständige Baumanager des Projekts und muss dafür sorgen, dass Kosten und Termine eingehalten werden. Dass er große Projekte stemmen kann, hat Rettig schon unter Beweis gestellt. Unter dem früheren Bundesbauminister Klaus Töpfer (CDU) managte er in den 90er-Jahren erfolgreich den Regierungsumzug von Bonn nach Berlin. Von 2001 bis 2009 war Rettig als Geschäftsführer bei der Bundesbaugesellschaft unter anderem für die Mängelbeseitigung im Parlamentsviertel zuständig.

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So ist das Gelände rund um den Schlossplatz derzeit aufgeteilt.

So ist das Gelände rund um den Schlossplatz derzeit aufgeteilt.

© Anja Kühl Lizenz

Manfred Rettig: Ich bin der Auffassung, dass Franco Stella im Ostflügel eine ganz interessante Architektur anbietet. Er gestaltet dort nach dem überarbeiteten Entwurf eine Eingangssituation Richtung Osten mit einer Arkade. Der Entwurf wurde im Architektenwettbewerb 2008 von der Jury sehr intensiv diskutiert. Wie der Entwurf von Stephan Braunfels. Braunfels ist damals im zweiten Durchgang herausgefallen, mit 13 zu 2 Stimmen. Dann hat es nochmal einen Rückholantrag in der Jury gegeben, wo man nochmal mit 13 zu 2 Stimmen gegen seinen Entwurf votiert hat. Daran können sie sehen, dass es eine massive Diskussion innerhalb des Preisgerichts gab. Ein Preisgericht, das so abstimmt, will einen Entwurf nicht für eine Weiterentwicklung sehen. Das war ein eindeutiges Votum. Und das setzen wir jetzt um.

Das ist im Berliner Stadtschloss geplant

Theresa Keilhacker: Ich persönlich bin von Anfang an ein Gegner des Schlossneubauprojekts gewesen. Es ist für mich ein diffuses Projekt, das das Land gespalten hat. Und ich denke, man darf ein solches Projekt dann nicht einfach durchziehen. Natürlich gibt es demokratische Prozesse. Da muss man sich als guter Demokrat dran halten. Das waren Mehrheitsbeschlüsse im Bundestag. Letztendlich aber leider von Laien getroffen, muss man sagen. Im Bundestag sitzt fast kein Architekt. Was mich eher traurig macht: Es hat vor nicht allzu langer Zeit eine Offenlegung des Bebauungsplans gegeben und eine Bürgerbeteiligungsmöglichkeit von genau vier Wochen. Das ist das eigentlich Kritikwürdige an der Sache, dass die Bürger vier Wochen Zeit hatten, sich zu beteiligen.

Manfred Rettig: Die Diskussion, die wir heute führen ist nicht umsonst. Das Schloss war immer ein Prozess. Jeder Kurfürst, jeder König, jeder Kaiser hat etwas verändert. Hat abgerissen, ergänzt oder sonst was gemacht. Wo man es am deutlichsten sah, war an der Ostfassade. Sie ist ein Sammelsurium von Stilen gewesen. Ich gebe Herrn Braunfels recht, wenn Schlüter länger im Amt gewesen wäre, dann wäre die Ostfassade höchstwahrscheinlich heute auch anders aufzubauen. Aber ich werde Ihnen sagen, warum ich dieses Projekt so durchziehen werde, wie es jetzt ist: Ich will nicht Schlüter sein, der wegen der Kosten oder eines einstürzenden Münzturms seinen Job verliert. Wir werden darauf achten, dass wir dieses Projekt vernünftig zu Ende bringen.

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