Mit der Installation von Solaranlagen hat es das 2017 in Berlin gegründete Start-up Enpal im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 900 Millionen gebracht. Das will man nun auch im Wärmebereich schaffen. „Jetzt ist der Zeitpunkt, um bei Wärmepumpen so stark zu wachsen wie in den letzten beiden Jahren mit Solar“, sagt Firmenchef und -gründer Mario Kohle.
Enpal hatte erst im vergangenen Mai bekannt gegeben, ins Geschäft mit Wärmepumpen einzusteigen. Eigentlich sollten im Laufe des Jahres noch insgesamt 4000 Pumpen verkauft und eingebaut werden. Etwa 1000 sind es tatsächlich geworden. Doch nun will man den Markt, auf dem der Absatz nach Angaben des Bundesverbands Wärmepumpe hierzulande im vergangenen Jahr um mehr als 50 Prozent auf insgesamt 356.000 Aggregate wuchs, kräftig aufmischen. „Wir streben Marktführerschaft für Wärmepumpen an“, heißt es in der Firmenzentrale am Ostbahnhof.
Verbände: Absatz von Wärmepumpen soll angekurbelt werden
Das erste Quartal sei gut angelaufen. Allein im März wurden 400 Wärmepumpen verkauft. 5000 sollen es im gesamten Jahr werden. Für das nächste Jahr rechnet man bei Enpal bereits mit „mehreren 10.000“ Pumpen. Im Jahr darauf, also 2026, will das Unternehmen im Wärmesegment einen Umsatz von einer Milliarde Euro erzielen.
Wichtigster Lieferant für die Aggregate ist das Unternehmen Bosch. Darüber hinaus werden auch Wärmepumpen des japanischen Unternehmens und europäischen Marktführers Daikin angeboten. Enpal verkauft und installiert die Geräte und bietet dafür eine flexible Finanzierung über bis zu 15 Jahre an. Allein im ersten Quartal floss nach Firmenangaben eine zweistellige Millionensumme in die Produktentwicklung und den Ausbau von Vertrieb und Installation. Insgesamt will das Unternehmen in diesem Jahr eine dreistellige Millionensumme in das neue Geschäftsfeld investieren.
Enpal-Gründer Mario Kohle: „Ich bin stolz darauf, Ossi zu sein“
Fachkräfte nur einsetzen, wo sie unabkömmlich sind
Dafür soll auch die bestehende hauseigene Enpal-Akademie ausgebaut werden, um Monteure im Bereich der Wärmepumpe zu schulen und fortzubilden. Nachdem dort seit 2020 bereits mehr als 1000 Monteure für Solaranlagen qualifiziert wurden, will Enpal noch 2024 ebenfalls 1000 Monteure für den Einsatz im Wärmepumpenbereich vorbereiten. Sie sollen die Aggregate einbauen können und Fachkräfte nur für jene Arbeitsschritte eingesetzt werden, in denen sie unabkömmlich sind.
Enpal hatte zunächst allein mit der Installation und der Vermietung von Solaranlagen begonnen. Inzwischen werden die Anlagen nicht mehr nur vermietet, das Unternehmen bietet auch Speicher für den erzeugten Sonnenstrom und Ladestationen für Elektroautos an. Mit der Wärmepumpe soll die Netzwerklösung komplettiert werden. Vor einiger Zeit hatte Firmengründer Kohle angekündigt, auch E-Autos anzubieten.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de