Exklusive Forsa-Umfrage

So optimistisch blicken die Berliner ins neue Jahr

Die größten Sorgen der Hauptstädter sind steigende Wohnkosten und Terrorismus.

Jan Thomsen
4 Min
Vor allem die jüngeren Berliner blicken insgesamt mit Zuversicht auf 2018. 

Vor allem die jüngeren Berliner blicken insgesamt mit Zuversicht auf 2018. 

© Imago/Imagebroker

Die deutsche Hauptstadt bleibt, jedenfalls weitgehend, optimistisch gestimmt: Vier von zehn Berliner blicken mit Zuversicht auf das neue Jahr 2018. Damit liegt die aktuelle Stimmung in etwa auf dem Niveau der Vorjahre, die jüngste Tendenz zeigt aber leicht nach oben.

Schauten vor einem Jahr noch 38 Prozent der Berliner mit Optimismus auf das kommende Jahr, so sind es jetzt 41 Prozent. Das sind Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung.

Forsa befragte für die Erhebung vom 12. bis zum 21. Dezember 2017 genau 1002 repräsentativ ausgewählte, erwachsene Berliner am Telefon. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei plus respektive minus bis zu drei Prozentpunkten.

Westteil der Stadt ist optimistischer

Überdurchschnittlich überzeugt von einem guten neuen Jahr – im Vergleich zu 2017 – ist die jüngere Hälfte der Befragten, also die unter 45-Jährigen. Je jünger sie sind, desto überzeugter sind sie auch: Bei den unter 30-Jährigen glauben fast zwei Drittel (62 Prozent), dass 2018 besser wird als das Vorjahr.

Auch der Westteil der Stadt ist etwas optimistischer als der Durchschnitt der Befragten. Unter älteren Berlinern, gerade den über 60-Jährigen, ist die Stimmung dagegen verhalten: Nur ein Viertel (26 Prozent) von ihnen setzt auf ein 2018, das ihnen besser gefällt.

Dabei scheint es insgesamt einen Trend zum, wenn auch vorsichtigen, Optimismus zu geben. Das legt der Rückblick aufs abgelaufene Jahr nahe. In vergangenen Umfragen teilten sich die Bilanzen meist so auf: Ein Viertel der Befragten findet das vergangene Jahr besser, ein Viertel schlechter im Vergleich zum Vorjahr.

Furcht vor steigenden Wohnkosten

Die zweite Hälfte sieht kaum einen Unterschied. Doch in der aktuellen Erhebung dreht sich das Resümee deutlich ins Positive: 30 Prozent finden 2017 besser als 2016, nur 20 Prozent sehen es umgekehrt. Überdurchschnittlich zufrieden sind dabei erneut die unter 45-Jährigen. Auch ziehen Besserverdienende (Haushaltsnettoeinkommen ab 3 000 Euro) eine eher positive Bilanz für 2017.

Bei aller Zuversicht in der Gesamtschau: Es gibt eine Sorge, die die Berliner mit Blick auf 2018 mehr als alle anderen umtreibt. Es ist die Furcht vor steigenden Wohnkosten – was in der Mieterstadt Berlin natürlich vorrangig die Furcht vor Mieterhöhungen meint.

Insgesamt nennen 56 Prozent der Hauptstädter dies als ihre größte Sorge im kommenden Jahr, mit deutlichem Abstand vor „Gefahren durch Terrorismus“ (46 Prozent) und „möglichen Krankheiten“ (40 Prozent).

Angst vor Terrorismus ist gesunken

Gerade im Ostteil der Stadt sorgen sich die Menschen wegen steigender Wohnkosten. Ganz besonders betroffen fühlen sich zudem die mittleren Jahrgänge zwischen 30 und 44 Jahren – also diejenigen, die oft mitten in der Familiengründungsphase stecken, in der sich der Platzbedarf ändert und gegebenenfalls Wohnungssuchen anstehen. Von ihnen nennen sogar zwei Drittel (67 Prozent) steigende Wohnkosten als ihre größte Angst.

Fast alle anderen abgefragten Themen bereiten den Berliner derzeit weniger Kopfzerbrechen, als es in Vorjahren der Fall war. So haben zwar viele immer noch Angst vor Terrorismus, aber nach dem Schock vom Vorjahresende mit dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz ist diese Sorge wieder klar gesunken, ebenso die Furcht vor einem Unglück in der Familie oder davor, Opfer einer Gewalttat zu werden.

Sorgen wegen eines wirtschaftlichen Abschwungs in Deutschland macht sich nur noch jeder vierte Berliner. Vor einem Jahr war es noch jeder dritte.

Dabei sind Anhänger der AfD mit Abstand die ängstlichsten Hauptstädter, bei sechs von acht Kategorien. Sie fürchten sich jeweils am meisten vor höheren Wohnkosten, Terroristen, einem Familienunglück, finanziellen Verlusten, vor Gewalt und einem Abschwung.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema