Berliner Weltverbesserer

Er forscht für unseren Strom von morgen

Anne Brüning
2 Min
Klaus Jäger (34) ist Senior Scientist am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie. Als Gast arbeitet er außerdem am Zuse-Institut.

Klaus Jäger (34) ist Senior Scientist am Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie. Als Gast arbeitet er außerdem am Zuse-Institut.

© Paulus Ponizak

Klug, klüger, Berlin: In der Stadt arbeiten Tausende Wissenschaftler daran, Grundlegendes zu erklären und die Welt zu verbessern. Jede Woche stellen wir einen von ihnen vor.  

Herr Jäger, woran arbeiten Sie gerade?

Ich arbeite an optischen Simulationen für Solarzellen. Am Computer kann ich testen was geschieht, wenn Sonnenlicht auf die Solarzelle trifft – wie viel Licht also wo reflektiert und absorbiert wird. Das Ziel ist es, Solarzellen zu entwerfen, die einen möglichst großen Teil des einfallenden Sonnenlichts absorbieren.

Was bringt uns das?

Photovoltaik ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Technologie zur nachhaltigen Stromerzeugung. In mehr und mehr Regionen der Welt ist Solarenergie schon die günstigste Form der Stromproduktion. Mit unserer Forschung arbeiten wir an Solarzelltechnologien der nächsten Generation, die effizienter und/oder günstiger sind, als heutige Zellen. Zurzeit beschäftigen wir uns vor allem mit Tandemsolarzellen aus Perowskit und Silizium. Damit könnte sich der Wirkungsgrad auf mehr als 30 Prozent erhöhen lassen. Bei reinen Silizium-Solarzellen, wie sie zurzeit üblich sind, ist es rein physikalisch nicht möglich, mehr als 29,4 Prozent des Sonnenlichts in Strom umzuwandeln.

Wie könnte man die Welt sonst noch verbessern?

Der zügige komplette Ausstieg aus fossilen Energieträgern ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit. Sonst lässt sich die globale Erwärmung nicht mehr bremsen. Solarzellen sind wichtig für ein nachhaltiges Energie- und Mobilitätssystem. Zugleich geht es darum, Speichertechnologien, Elektromobilität und intelligente Stromnetze zu verzahnen. Dazu brauchen wir auch moderne Ansätze aus den Datenwissenschaften. Insgesamt bin ich optimistisch. Die Preisentwicklungen bei Elektromobilität und Solartechnik lassen mich hoffen, dass die notwendigen großen Umbrüche schneller kommen könnten als allgemein erwartet.

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