ARD-Sendung

„Adenauer wäre heute auf unserer Seite“: AfD-Politiker sorgt für Gelächter bei „Maischberger“

In der ARD-Sendung diskutieren die Gäste über einen mögliche Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt und die Brandmauer. Baumann sorgt dabei für Belustigung.

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Der AfD-Politiker Bernd Baumann war am Dienstagabend bei „Maischberger“ zu Gast.

Der AfD-Politiker Bernd Baumann war am Dienstagabend bei „Maischberger“ zu Gast.

© Manfred Behrens/Imago

In der ARD-Sendung „Maischberger“ haben sich die Gäste mit der Frage befasst, ob die AfD in Sachsen-Anhalt bald allein regieren könnte. Der AfD-Politiker Bernd Baumann sorgte dabei unfreiwillig für Gelächter beim Studiopublikum.

Baumann, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, traf auf Nathanael Liminski (CDU), den Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei.

Baumann: „Adenauer wäre heute auf unserer Seite“

Der prägende Moment kam gegen Ende der Diskussion. Liminski hatte angedeutet, auch die Linke müsse etwas beitragen, um eine AfD-Regierung zu verhindern. Die CDU habe schon gezeigt, dass sie andere „zu einem richtigen Arbeitsprogramm für das Land“ bringen könne – eine Anspielung auf das Bündnis von CDU und Linkspartei in Thüringen.

Baumann verstand das als „Einladung an die Linke“ und konterte: „Ich stelle mir vor, ihr Parteigründer Konrad Adenauer hätte mit den Linken paktiert, wie Sie es in den Ländern ja machen. Konrad Adenauer wäre heute auf unserer Seite.“ Ein großer Teil des Publikums lachte.

Sachsen-Anhalt: Über 40 Prozent in Umfragen für die AfD

Bei der Wahl am 6. September wird der AfD in Umfragen ein Anteil von über 40 Prozent vorhergesagt. Eine absolute Mehrheit der Sitze ist nicht ausgeschlossen.

Baumann trat entsprechend selbstbewusst auf: „Die Mehrheit der Bürger will ja, dass wir regieren. Sie sind ja verzweifelt. Wir sind in Sachsen-Anhalt doppelt so stark wie die CDU.“ Spitzenkandidat ist Ulrich Siegmund.

Der MDR-Journalist Lars Sänger nannte Siegmund in der Sendung nicht weniger radikal als Björn Höcke, nur geschickter im Auftreten: „Der kommt smart rüber, der lächelt das weg.“

Baumanns Plan für die Macht – und die Rolle des BSW

Eine Koalition mit der CDU unter Landeschef Sven Schulze nannte Baumann „nicht vernünftig“. Die Union habe sich zu stark auf die Brandmauer festgelegt. Schulze hatte zuletzt immer wieder betont, eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linken abzulehnen.

Stattdessen setzt Baumann auf Überläufer. Es könne sein, „dass einzelne CDU-Leute, die es wirklich ehrlich meinen (…), dass die dann rausgehen und sagen: Wir kommen jetzt zu euch“.

Auf das BSW will er sich nicht verlassen. Maischberger brachte die Partei ins Spiel: Gründerin Sahra Wagenknecht könne sich vorstellen, Siegmund zur Wahl zu verhelfen, indem sich das BSW im dritten Wahlgang enthalte. Baumann winkte ab: „Das wäre ja noch schlimmer, als mit der CDU zu koalieren.“

Brandmauer „überbewertet“? Streit um den Umgang mit der AfD

Bei der Brandmauer zeigte sich Liminski distanziert. Der Begriff sei „völlig überdehnt und völlig überbewertet“. Eine Brandmauer halte einen Brand nur auf, löschen müsse man aber den Brandherd. Er setze deshalb auf die inhaltliche Auseinandersetzung.

Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Liminski für Sachsen-Anhalt dennoch aus – aus programmatischen Gründen und wegen des Stils.

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