Theaterkritik

Brechts Parabel „Mann ist Mann“ als Aufbauanleitung für den neuen Menschen

Max Lindemann inszeniert Brechts „Mann ist Mann“ im Neuen Haus des Berliner Ensembles als ein grobes und unverbindliches Spiel mit dem Reizthema Identität. Die Kritik.

Doris Meierhenrich
Doris Meierhenrich
5 Min
Szene aus „Mann ist Mann“ von Bertolt Brecht am Berliner Ensemble in der Inszenierung von Max Lindemann (Till Raskopf, Joana Damberg, Philipp Jacob und Maurice Läbe, v.l.)

Szene aus „Mann ist Mann“ von Bertolt Brecht am Berliner Ensemble in der Inszenierung von Max Lindemann (Till Raskopf, Joana Damberg, Philipp Jacob und Maurice Läbe, v.l.)

© Moritz Haase

Kaum ein Stück hat Bertolt Brecht so lange beschäftigt wie dieses. Und kaum eines hat er so oft umgearbeitet, bis hin zur Umwertung der Hauptfigur. Galy Gay ist im Grunde der gutmütigste, friedlichste Mensch unter der Sonne. Ein Hafenarbeiter, Packer im indischen Kilkoa, der eines Morgens Appetit auf Fisch verspürt und sich deshalb kurz von seiner Frau verabschiedet, um ein schönes Exemplar für den Mittagstopf zu kaufen. Doch weil Galy nicht Nein sagen kann, verwickelt er sich unterwegs in unüberschaubare Händel und dubiose Geschäfte, die ihm kräftig ans identitäre Leder gehen.

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