Bescheide verschickt

Alle Oberschulplätze in Berlin sind vergeben

Die Oberschul-Bescheide für das kommende Schuljahr sind verschickt. In Mitte werden die Sekundarschulplätze knapp, in Pankow fehlen über 50 Gymnasialplätze. Und dann gibt es noch eine Überraschung am Rosa-Luxemburg-Gymnasium.

Martin Klesmann
3 Min
Auch das Pankower Carl-von-Ossietzky-Gymnasium ist besonders begehrt.

Auch das Pankower Carl-von-Ossietzky-Gymnasium ist besonders begehrt.

© Berliner Zeitung/Gerd Engelsmann Lizenz

Besonders begehrt waren wieder die Sekundarschulen mit gymnasialer Oberstufe in Tempelhof-Schöneberg und auch die Wilma-Rudolph-Sekundarschule in Dahlem. Doch in allen Bezirken gibt es genug Sekundarschulplätze, nur in Mitte nicht. Denn Schüler aus Mitte scheiterten auffallend oft mit ihren Bewerbungen an Sekundarschulen in anderen Bezirken und müssen nun im Heimatbezirk versorgt werden.

Bei den Gymnasien ist es in Pankow sehr eng, hier hatten neben dem Havemann-Gymnasium nur noch das Mendelssohn-Bartholdy- und das Schliemann-Gymnasium einige wenig Plätze frei. Insgesamt fehlen in Pankow aber über 50 Gymnasialplätze für die Siebtklässler.

„Berlinweit ausreichend Kapazitäten vorhanden“

Rechnet man die Zahl der Zweit- und Drittwünsche ein, fanden laut Bildungsverwaltung immerhin 95 Prozent der Schüler einen Platz an einer der gewünschten Schulen. „Berlinweit sind ausreichend Kapazitäten vorhanden“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Die Schüler, die an keiner der Wunschschulen zum Zuge kamen, bekommen nun andere Schulen angeboten. Sie können sich gemeinsam mit den Eltern aber auch selbst um die Aufnahme an einer anderen Schule bemühen. Neuigkeiten gibt es auch bei den Anmeldungen für die 5. Klassen an Gymnasien.

Senatorin Scheeres erlaubt es dem Rosa-Luxemburg-Gymnasium in Pankow nach jahrelangen Auseinandersetzungen, ab dem kommenden Schuljahr drei statt nur zwei Schnelllernerklassen für besonders begabte Kinder einzurichten. Zuvor hatte es immer wieder Streit mit den Eltern gegeben, deren Kinder dort keinen Platz mehr erhalten hatten.

Vor einem Jahr hatten Eltern sogar das Bürgerbüro der Senatorin belagert, die ausgerechnet dort ihren Wahlkreis hat. Und vor vier Jahren hatte Schulleiter Ralf Treptow nach Ansicht der Verwaltung voreilig Zusagen für eine dritte 5. Klasse verschickt und bekam deshalb ein Disziplinarverfahren aufgebrummt. Kurioserweise hat sich nun diese Klasse, die es damals gar nicht geben sollte, bis ins Superfinale der Kika-Sendung „Deutschlands beste Klasse“ vorgearbeitet.

Dauerkonflikt um 5. Klassen

Berlinweit darf es lediglich 70 Klassen geben, die ab Jahrgangsstufe 5 beginnen. Die CDU will mehr zulassen, die SPD nicht. Die neue Klasse am Luxemburg-Gymnasium kann nur deshalb aufgemacht werden, weil an einem anderen Gymnasium eine zweite Schnelllernerklasse nicht zusammenkam. Scheeres legt aber Wert darauf, dass durch Ergänzungsbauten ab dem Schuljahr 2016/17 auch wieder drei 7. Klassen am Luxemburg-Gymnasium aufgenommen werden können. Denn der Bedarf ist dort besonders groß.

Zudem gibt es Überlegungen, auch in Marzahn-Hellersdorf ab dem übernächsten Schuljahr eine weitere Schnelllernerklasse an einem weiteren Gymnasium einzurichten.

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