Bestraft für den Umzug in den Osten

BLZ
2 Min

Seite 3: "Von silbrigem Glanz" von Cornelia Dörries (18. Juni):Ich bin geborene Berlinerin, lebte fast mein ganzes Leben im Ausland oder in Westdeutschland. Mein Mann und ich haben dort auch unser Geld verdient und sehr viel Abgaben gezahlt - unser ganzes Leben lang. Immer wollte ich wieder zurück nach Berlin und nach dem Tod meines Mannes habe ich letztes Jahr im Ostteil eine schöne, helle Wohnung gefunden.Nach einem Jahr bekomme ich 73-Jährige ein Schreiben der Deutschen Rentenversicherung, was ich nicht verstehe. Am Telefon folgende Auskunft: Ich solle eine offizielle Meldebestätigung schicken, die brauche man zwecks Neuberechnung meiner Rente. Ich bin fast vom Stuhl gefallen: Wie meinen Sie das denn? Antwort: Tja, Sie bekommen weniger Rente, weil Sie nach Ostberlin gezogen sind . Da haben Sie wohl eine falsche Entscheidung getroffen. Ziehen Sie nach Westberlin, dann kriegen Sie die alte Rente.Seit diesem Tag Ende Mai war ich in Aufruhr. Ich wusste nicht, wie viel weniger die Rente wird, ob ich wieder umziehen muss. Ich fragte nach und wurde belehrt, es könne nicht mehr lange dauern. Am 1. Juli hatte ich endlich den Schrieb: Mein Einkommen übersteige den Freibetrag um 155,83 Euro und hier von seien 40 Prozent anzurechnen. Für die Bestimmung des Freibetrages wird der aktuelle Rentenwert (Ost) berücksichtigt, weil der Wohnsitz in den neuen Bundesländern liegt. Also werde ich bestraft, dass ich nach Ostberlin gezogen bin.Ich habe mein Leben lang viel gearbeitet, nebenher meine Mutter, Schwiegermutter, meinen Schwiegervater und meinen Mann (alle krebskrank) jahrelang gepflegt und wollte endlich zur Ruhe kommen. Wäre in den alten Bundesländern bekannt, womit man nach dem Umzug in die neuen Länder rechnen muss, dann stünden noch mehr der angepriesenen Wohnungen leer. In Weimar wie in Marzahn.Edith Nerlich, Berlin-Marzahn

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema