Es sind drei Buchstaben, die selbst hartgesottene, erfahrene Ingenieure frösteln lassen: AKR – die Abkürzung für Alkali-Kieselsäure-Reaktion. Sie bezeichnet einen Zersetzungsprozess, der Beton von innen heraus zerstört. Auf der Autobahn, die für Autos und Taxis die wichtigste Route von Berlin zum neuen Flughafen sein wird, hat diese chemische Reaktion vor Jahren eingesetzt – mit gravierenden Folgen. Risse und Schlaglöcher sind entstanden, die Fahrzeugen zusetzen und Motorradfahrern gefährlich werden können.
Erfahrungen aus der DDR nicht berücksichtigt
Dabei gibt es den Abschnitt zwischen Neukölln und Adlershof erst seit 2005, die Weiterführung nach Schönefeld wurde 2008 für den Verkehr freigegeben. Doch schon 2009, als das erste Teilstück kurz vor Ende der Gewährleistungsfrist begangen wurde, entdeckten die Senatsleute Schäden in der Fahrbahn. Untersuchungen ergaben: Es handelt sich um Betonkrebs.
Dass die Autobahn aus Beton gebaut wurde, hat mehrere Gründe. Offenbar lag es nicht nur daran, dass Beton heller als Asphalt ist. Ein Planer berichtete, dass Erfahrungen aus der DDR, in der viele Verkehrswege unter dem Zersetzungsprozess gelitten hatten, in bundesweiten Regelwerken nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. So musste der Senat bei seinen Ausschreibungen für die A 113 auch Angebote berücksichtigen, bei denen diese Gefahr nicht richtig adressiert wurde. Im Fall der Schönefeld-Autobahn begann ein gerichtliches Beweissicherungsverfahren, das Jahre dauerte. Während dieser Zeit waren nur Notreparaturen erlaubt. Erst 2016 ging es zu Ende, und im Sommer konnte mit der Fahrbahnsanierung begonnen werden.
A113 ist die einzige Betonautobahn in Berlin
Der 30 Zentimeter dicke Beton wurde durch Asphalt ersetzt. 40.000 Quadratmeter Fahrbahn ließ der Senat erneuern. Doch die Senatsplaner fanden heraus, dass auf der Schönefeld-Autobahn weitere Sanierungsarbeiten nötig sind. Für 2017 und 2018 seien weitere Baustellen absehbar, hieß es im August. Sie könnten viel umfangreicher als bisher ausfallen: Aktuell ist die Rede davon, dass jeweils eine Richtungsfahrbahn komplett gesperrt wird. Folge wären kilometerlange Baustellen – und Staus.
Immerhin: Die A 113 ist derzeit die einzige Betonautobahn in Berlin. Die Avus bestand früher ebenfalls aus Beton, doch heute sind die Fahrbahnen aus Asphalt. Auch für neue Straßen in Berlin gilt: nie wieder Beton – auch künftig nur Asphalt!
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