Betreiber ist pleite / Rennen gehen vorerst weiter

Trabrennbahn Karlshorst steht vor dem Aus

BLZ
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LICHTENBERG. Der Betreiber der Trabrennbahn Karlshorst ist pleite. Bereits vor zehn Tagen hat der "Rennverein Trabrennpark Karlshorst" ein Insolvenzverfahren (Konkurs) beim Amtsgericht Charlottenburg beantragt. Die Geschäfte führt jetzt ein vorläufiger Verwalter. In sechs bis acht Wochen soll feststehen, ob die Trabrennbahn Karlshorst schließen muß oder weiter betrieben werden kann. Bis dahin sollen alle Rennen wie geplant stattfinden. Mit etwa 600 000 Mark steht der Verein bei verschiedenen Gläubigern in der Kreide: bei der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG), von der er die Rennbahn seit 1995 gepachtet hat, bei seinen Beschäftigten, bei der Berliner Stadtreinigung (BSR), beim Finanzamt, bei Totoausrüstern, Pferdebesitzern und Trainern.Daß der Verein zahlungsunfähig sei, habe mehrere Gründe, sagt der vorläufige Verwalter, Joachim Voigt. Zum einen sei das Interesse am Trabrennsport stark zurückgegangen. Hinzu kämen die starke Konkurrenz der Trabrennbahn Mariendorf und die hohen Straßenreinigungsgebühren, die die BSR seit einigen Jahren verlangt. "Die Einnahmen des Vereins reichen nicht aus, um die Ausgaben zu decken", sagt Voigt. An maximal sechs Tagen im Monat fänden auf der 49 Jahre alten Bahn Rennen statt. Für Voigt ist klar: "Wird das Gelände nicht auch für andere Veranstaltungen genutzt, hat die Rennbahn keine Chance." Er denke dabei beispielsweise an Musikveranstaltungen oder Ballonfahrertreffen. Die berufliche Zukunft der zehn Festangestellten ist ungewiß. Zwar sind ihre Gehälter für die kommenden drei Monate gesichert das Arbeitsamt Mitte zahlt ihnen ein sogenanntes Insolvenz-Geld aber ob es danach weitergeht, kann niemand sagen. Auch Gerd Bohne, der seit 1992 als Rennbahnarbeiter beschäftigt ist, ist unsicher. "Mir wäre es am liebsten, wenn es einen neuen Betreiber geben würde", sagt er. (cls.)

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