Betriebsgenehmigung wird nicht verlängert

Sat-1-Ballon muss bald für immer landen

Finn Mayer-Kuckuk Sabine Deckwerth
2 Min

Der Ballon mit der Sat-1-Werbung am Potsdamer Platz muss Ende November für immer landen. Dann läuft die Genehmigung für die bunte Werbekugel aus, mit der seit Ostern vergangenen Jahres Touristen am Potsdamer Platz für 36 Mark in die Luft steigen. Die zurzeit geltenden Genehmigungen würden nicht wieder verlängert, sagte gestern Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Verwaltung werde sich an die Absprache mit den Landesvertretungen der Bundesländer halten, die am Leipziger Platz ansässig sind.Die Ballon-Aktion sollte von Anfang an nur bis zur Fertigstellung der Landesvertretungen laufen. Hessen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind bereits im April eingezogen. Brandenburg bezieht demnächst sein Haus. Rheinland-Pfalz habe der Touristenaktion nebenan zunächst zugestimmt, sagte Sprecher Rainer Zeimentz am Dienstag. Die Gebäude um die Ministergärten seien im Frühjahr 2000 ja noch gebaut worden. Zu dieser Zeit habe der Ballon niemanden gestört.Ballon wird ein Sicherheitsrisiko Jetzt stört er. Mittlerweile fürchtet das hessische Kriminalamt um die Sicherheit von Ministerpräsident Roland Koch (CDU). Die 30 Fahrgäste, die am Potsdamer Platz in die Luft steigen, können bei ihrer Fahrt von dem Ballon aus direkt in die Büros der Hessen blicken. "Wir haben die Zusage des Landes Berlin, dass der Ballon künftig nicht mehr fliegt", sagte eine Sprecherin. In der Vertretung von Niedersachsen hieß es, der Ballon störe den repräsentativen Blick vom Potsdamer Platz auf die Ministergärten. "Wir haben vor allem ästhetische Bedenken", sagte Sprecher Rüdiger Jacobs.Sat 1 will unterdessen den Standort am Potsdamer Platz nicht aufgeben. "Wir hoffen, dass der Ballon auch nach November weiterfliegen kann", sagte eine Sprecherin des Senders in Berlin.Die Air Service Berlin GmbH, die den Ballon betreibt, kündigte an, die Aktion am gleichen Standort weiterführen zu wollen. Die Senatsverwaltung werde nicht schlüssig begründen können, warum sie in Zukunft keine Genehmigung mehr erteilen könne, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Nach seiner Auffassung könne der Ballon "so lange am Leipziger Platz bleiben, bis auf unserer Fläche gebaut wird".Ob der Ballon weiter aufsteigen darf, entscheidet der Senat. "Der Bezirk hat den Antrag damals ohnehin abgelehnt", sagt Jens-Peter Heuer (PDS), der den Baustadtrat von Mitte derzeit vertritt. Dann habe die Senatsverwaltung den Vorgang an sich gezogen. Stadtentwicklungssenator Peter Strieder hatte sich damals für den Ballon stark gemacht.BERLINER ZEITUNG/WULF OLM Der Ballon vom Potsdamer Platz ist auch von weitem zu sehen, Ende November soll er nun landen.

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