Beginnt jetzt der Kampf der Systeme, genauer gesagt der Smartphone-Betriebssysteme? Firefox OS soll die Rolle des Herausforderers übernehmen. So stellen sich das zumindest viele Mobilfunknetzbetreiber wie die Deutsche Telekom oder Telefónica vor. Derzeit wird der Markt von Googles Android und Apples iOS kontrolliert. Die beiden Unternehmen kontrollieren damit die globalen Geschäfte mit Apps und mit mobiler Werbung. Denn sie kommen auf einen Marktanteil von rund 94 Prozent. Wettbewerbsexperten sprechen von einer marktbeherrschenden Position.
Vor einem Jahr startete die Mozilla-Stiftung, die auch den Firefox-Internetbrowser entwickelt hat, in Kooperation mit Mobilfunkern mit dem Betriebssystem für die Mini-Computer. Der globale Marktanteil ist immer noch verschwindend gering. Aber immerhin gibt es Achtungserfolge. So verkauft Telefónica in Venezuela schon zwölf Prozent seiner Smartphones mit Firefox OS an Bord. Die polnische Tochter der Telekom soll im vierten Quartal schon einen Marktanteil von rund drei Prozent erreicht haben.
Smartphone für 25 Dollar
Das alles soll erst der Anfang sein. „2014 wird zweifellos ein Schlüsseljahr“, sagt Marieta Rivero, Marketingchefin von Telefónica – zum spanischen Konzern gehört auch der deutsche Mobilfunker O2 . Telefónica will am Ende des Jahres in 16 Ländern Firefox-Phones anbieten, 2013 waren es acht Staaten mit Schwerpunkt Südamerika. Vom Sommer an wird O2 auch hierzulande ein Gerät mit dem Mozilla-Programm vermarkten. Ein Mittelklasse-Smartphone soll es sein. Die Telekom bietet in Deutschland über ihre Billigmarke Congstar bereits ein Firefox-Gerät an. Selbige sind außerdem schon bei den Ablegern des Bonner Konzerns in Griechenland, Polen und Ungarn zu haben. Die bislang nur geringe Auswahl an schlauen Handys will die Telekom im Sommer vergrößern. Zugleich kommen mit Kroatien, Mazedonien, Montenegro und Tschechien bei der Telekom vier Länder hinzu. Das Firefox-Imperium expandiert.
Um die erdrückende Dominanz von Apple und Google zu brechen, setzt Mozilla-Manager Jay Sullivan auf eine Billigstrategie. Auf dem Mobile World Congress kündigte er ein Smartphone für 25 Dollar an. Gebaut wird es von der chinesischen Firma Spreadtrum. Wann und wo es verkauft werden soll, wurde nicht verraten. Billig ist machbar, weil zum Firefox-Konzept gehört, Kosten an allen Ecken und Enden zu drücken. Nicht nur, dass Hardwarepartner wie Alcatel oder ZTE einfache Kameras verbauen. Auch das Betriebssystem ist mittels des Internetstandards HTML 5 so gestrickt, dass es möglichst wenig Speicher- und Prozessorenkapazität benötigt.
Firefox ist logischerweise zuallererst ein Betriebssystem für Märkte mit geringer Kaufkraft, wo sich Millionen Menschen dieses Jahr ihr erstes mobiles Telefon kaufen werden. Sullivan kündigte an, dass das Betriebssystem dieses Jahr in Afrika und vielen asiatischen Ländern seinen Marktstart feiern wird. Doch Telefónica-Managerin Rivero hofft auch, bei „bestimmten Nutzergruppen“ in Deutschland landen zu können. Bei jungen Leuten etwa. Oder bei Nutzern, die von einfachen Featurephones auf Smartphones umsteigen und nur überschaubare Ansprüche haben – die vielleicht noch nicht einmal Musik hören wollen.
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