Zu Besonderheiten der Berliner Musikszene befragten wir den Musikchef von Radio "Fritz", Ernst-Christian Zander:Herr Zander, wie würden Sie die Bandszene in Berlin beschreiben?Berlin ist sehr reich an Musik. In den Bereichen HipHop, Rock und Pop gibt es eine große Menge an Aktivitäten. Nicht zu vergessen ist, dass aus Berlin eine ganze Reihe Bands kommen, die weltweit erfolgreich sind. Die Ärzte stammen beispielsweise aus Berlin oder Rammstein, die vor allem in den USA große Erfolge hatten.Ist Berlin Musikhauptstadt?Berlin wird zur Musikhauptstadt. Die hier ansässigen Musikszenen ziehen weite Kreise - vor allem im Bereich Techno. Ich denke da an Musiker wie Westbam oder Dr. Motte, der mit der Love Parade eine musikalische und popkulturelle Veranstaltung von Weltcharakter in die Stadt gebracht hat. Mit Seeed gibt es auch einen großen HipHop-Akt aus Berlin. Für die Zukunft der Stadt sind jedoch die vielen unterschiedlichen kleinen Szenen wichtiger. Die Tendenz geht weg von den Sauriern. In Berlin gibt es neben einer guten mittelständischen Infrastruktur aus kleinen Labels auch ein Bewusstsein dafür, dass nicht jeder Song ein Mainstreamhit werden muss. Den Musikern bleibt Zeit, sich zu entwickeln, ökonomisch leben sie unter Umständen gesünder als andere im Musikbusiness.Wollen die Berliner denn auch Musik aus Berlin hören?Berlin hat ein sehr kritisches Publikum. Nicht jeder Song oder jede Band kommt nach oben. Aber die Nachfrage ist da. Wir haben auf "Fritz" einige Sendungen, in denen wir Newcomer vorstellen, und die sind erfolgreich. Auch unsere Hörercharts belegen, dass Berliner Musik hier gerne gehört wird.Das Gespräch führte Kirstin Strunz.
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