Bewohner der Rigaer Straße 80 blieben unter sich FRIEDRICHSHAIN

Besetzer plädieren für eine Genossenschaft

Uta Grüttner
2 Min

Die Bewohner des besetzten Hauses Rigaer Straße 80 waren am 29. Mai brutal überfallen worden. Ermittlungen der Polizei erhärten den Verdacht der Hausbesetzer. daß Hause eigentümer Sven R. den Überfall zur Räumung des Hauses inszeniert hat. Bei einem Treffen am Dienstag abend erschienen weder der Hauseigentümer noch Vertreter des Bezirksamtes."Einer von uns hatte einen Schädelriß und mußte eine Woche im Krankenhaus behandelt werden", beschreibt ein Besetzer die Folgen des berfalis. Ein anderer hätte nach, dem Einatmen des beim lJberfall verwendeten Gases Lähmungserscheinungen, viele Betroffene erlitten Prellungen.Die Hausbesetzer vermuten, daß Eigentümer Sven R. das Gebäude mit Gewalt räumen wollte. Der Verdacht wird dadurch erhärtet, daß in den Räumen der Wachschutzfirma, von denen einige Mitarbeiter am lJberfall beteiligt gewesen sein sollen, sowie von Sven R. vermutliche Tatwerkzeuge gefunden wurden.Am Dienstag abend blieben die Besetzer unter sich. "Uns gegenüber hat R. immer signalisiert, daß er gesprächsbereit sei und an Verhandlungen interessiert", äußerte sich ein Besetzer.Die Bewohner der Rigaer Straße 80 erklärten, daß sie unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht mehr bereit seien, mit Sven R. zu verhandeln. "Der IJberfall war ein schwerer Schock für uns. Die Vertrauensbasis ist zu sehr erschüttert", sagte einer der Betroffenen.Die Besetzer können sich nach eigenen Aussagen "ein Vertragsverhältnis nicht mehr vorstellen." Sven R. hatte ihnen Einzelmietverträge angeboten, die sie jedoch ablehnten. "Wir wollten einen Nutzungsvertrag für das ganze Gebäude, da wir Projekte in verschiedenen Gemeinschaftsräumen betreiben."Seit drei Jahren existiert der Verein "Kreatives Wohnen verwirklichen" (KWV), der Jugendliche mit seinen Aktivitäten von der Straße holen und ihnen auch ein t)ach über dem Kopf bieten will. Zur Verfügung steht bereits eine Fahrrad- und Motorradwerkstatt, ein Fotolabor, ein Tanzraum sowie ein Kino im Keller und eine Gemeinschaftsküche."Wir wollen die in vier Jahren gewachsenen Strukturen erhalten und könnten uns eine genossenschaftliche Verwaltung vorstellen", sagte ein Besetzer. Uta Gruttner

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