Berlin

Bezirke weisen Vorwürfe von Pflegeverband zurück

Mehrere Berliner Bezirksämter haben Vorwürfe eines Branchenverbands zurückgewiesen, wonach sie Pflegeeinrichtungen Sozialhilfeleistungen in großer Höhe schul...

dpa
2 Min

„Für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den Bereich Hilfe zur Pflege kann diese Aussage nicht bestätigt werden“, erklärte eine Sprecherin des Bezirksamts am Freitag auf Anfrage. Sollten Rückstände bestehen, handele es sich um Einzelfälle. Auch aus dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg hieß es, man könne die Vorwürfe „zum jetzigen Zeitpunkt“ nicht nachvollziehen. Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf teilte mit, von einem konkreten Rückstau könne aus Sicht des Amtes für Soziales nicht gesprochen werden.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste hatte am Donnerstag erklärt, im Zuge einer Umfrage hätten 250 teilnehmende Pflegeeinrichtungen säumige Zahlungen der Bezirksämter von zusammen 7,3 Millionen Euro gemeldet. Rechnungen von stationären Pflegeeinrichtungen und Pflegediensten würden monate- oder teils jahrelang nicht beglichen, oft mit dem lapidaren Hinweis auf Personalmangel bei den Behörden. Laut Verband handelt es sich um Entgelte für erbrachte Leistungen für Pflegebedürftige, die aufgrund niedriger Renten zusätzliche Hilfen des Sozialamtes erhalten.

Der Bezirk Steglitz-Zehlendorf räumte zwar ein, dass es „im Bereich der Hilfe zur Pflege noch nicht beschiedene einzelne Anträge aus dem Jahr 2022“ gebe. Das habe aber oft damit zu tun, dass Antragstellende nur schleppend oder unvollständig angeforderte Unterlagen einreichten, so dass kein Bescheid erteilt werden könne.

Nach Angaben des zuständigen Bezirksstadtrats in Tempelhof- Schöneberg, Matthias Steuckardt (CDU), gehen Pflegeanbieter oft von einem Leistungsanspruch der Sozialämter aus - dieser bestätige sich aber bei der Einzelfallprüfung nicht. „Gleichwohl entsprechen die aktuellen Bearbeitungszeiten nicht unseren Ansprüchen, und wir arbeiten hart daran, die Arbeitsabläufe und -organisation zu verbessern.“

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