Biathlon

Biathlon in Oberhof: Die Männer-Staffel sorgt noch mal für Partystimmung

Mit ihrem Staffel-Podest sorgen die deutschen Biathleten für eine große Party am Rennsteig. Die Verfolgungen waren nur ein kurzzeitiger Stimmungsdämpfer.

sid
3 Min
Nach dem Sprint-Sieg am Freitag war Benedikt Doll am Sonntag Teil der deutschen Biathlon-Staffel, die beim Weltcup in Oberhof Rang zwei belegte.  

Nach dem Sprint-Sieg am Freitag war Benedikt Doll am Sonntag Teil der deutschen Biathlon-Staffel, die beim Weltcup in Oberhof Rang zwei belegte.  

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Unter den Klängen des Partyschlagers „Der Zug hat keine Bremse“ schrien die vier deutschen Musketiere ihre Freude heraus, in der ausverkauften Arena am Rennsteig gab es kein Halten: Die Biathlon-Party von Oberhof hat mit der Männer-Staffel ihren krönenden Abschluss gefunden. Angeführt von Sprint-Sieger Benedikt Doll kam das Quartett im Nebel auf Rang zwei, selbst der enttäuschende fünfte Platz der Frauen um Franziska Preuß trübte die Stimmung kaum.

„Hier vor der Kulisse in Oberhof ist das schon denkwürdig und ein toller Erfolg“, sagte Philipp Nawrath. So ein Abschluss des Heimweltcups mache richtig Laune, schwärmte Doll: „Ich ziehe ein sehr, sehr gutes Fazit.“ Das Team müsse „mit dem zweiten Platz zufrieden sein, die Norweger waren einfach stärker“, ergänzte Trainer Uros Velepec: „Aber man hat gesehen, dass wir um Siege mitkämpfen können.“

Schwierige Wetterbedingungen beim Biathlon-Weltcup in Oberhof

Die Frauen blieben diesen Nachweis schuldig. Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz, Sophia Schneider und Preuß fehlten über vier mal sechs Kilometer nach 15 Nachladern und drei Strafrunden fast vier Minuten aufs Podest. „Leider war das Liegendschießen verkorkst. Ich wusste nicht, wo ich hinschieße, konnte den Wind schlecht einschätzen“, sagte Schneider nach ihrer Strafrunde in der ARD. Preuß leistete sich beim ersten Saisonsieg der Französinnen stehend zwei Extrarunden.

Die deutschen Männer kamen mit den schwierigen Bedingungen besser zurecht. „Richtiges Oberhof-Wetter – schwer zu laufen und das Schießen eine Kunst“, sagte Startläufer Roman Rees. Stehend brauchten Rees, Doll, Nawrath und Schlussläufer Philipp Horn das Maximum von zwölf Nachladern, Nawrath musste gar noch einmal in die Strafrunde. So riss trotz zwischenzeitlicher Führung letztlich eine Lücke von 2:01,9 Minuten auf die überragenden Norweger.

„Ein bisschen fehlt schon“, sagte Doll: „Das lag aber wieder am Schießstand, läuferisch sind wir gut dabei. Wir machen weiter. Wir werden die Chance nutzen, wenn sie mal patzen.“ Velepec haderte beim neunten Staffelpodest in Serie mit Rees und Horn. Die beiden würden „ein bisschen zu sehr old fashioned Biathlon betreiben und zu langsam schießen“, meinte der Slowene kritisch: „Bei Wind muss man mehr riskieren, schneller arbeiten.“

Am Mittwoch beginnt der Biathlon-Weltcup in Ruhpolding

Die Verfolgungen am Sonnabend waren ein kurzer Stimmungsdämpfer für die 20.500 Zuschauer. Die als Zweite gestartete Preuß fiel bei einsetzendem Regen auf Rang sieben zurück, Sprint-Sieger Doll musste sich nach zahlreichen Schießpatzern gar mit Rang zwölf zufriedengeben. Generell schwächeln die deutschen Biathleten in dieser Saison in den Jagdrennen, trotz drei Sprint-Erfolgen gab es bei den Männern nur einen Podestplatz. „Im Duellschießen sind die Norweger ein Stück stärker“, monierte Doll nach dem von Endre Strømsheim angeführten norwegischen Fünffachsieg.

Die nächste deutsche Biathlon-Party soll beim zweiten Heimweltcup in Ruhpolding steigen. Dort stehen von Mittwoch bis Sonntag Staffeln, Sprints und Verfolgungen auf dem Programm.

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