Eine Ziviljury im US-Bundesstaat Kalifornien hat den früheren Entertainer und Schauspieler Bill Cosby für sexuelle Übergriffe verantwortlich gemacht und einer Klägerin fast 60 Millionen Dollar zugesprochen. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend unter Berufung auf das Urteil vom Montag.
Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Cosby die Frau im Jahr 1972 betäubt und sexuell missbraucht hat. Die Klägerin, Donna Motsinger, erhält demnach 17,5 Millionen Dollar Schadenersatz für vergangene Schäden sowie weitere 1,75 Millionen Dollar für künftige Belastungen, darunter psychisches Leid, Angst und Verlust an Lebensqualität.
In einer zweiten Phase des Verfahrens sprachen die Geschworenen zusätzlich 40 Millionen US-Dollar Strafschadenersatz zu. Insgesamt summiert sich das Urteil damit auf 59,25 Millionen Dollar.
Cosbys Anwältin Jennifer Bonjean erklärte laut Berichten, man sei enttäuscht von dem Urteil und werde Berufung einlegen. Zu der Höhe des Strafschadenersatzes äußerte sie sich zunächst nicht. Die Jury hatte nach rund zweiwöchiger Verhandlung etwa zwei Tage lang beraten, bevor sie zu ihrem Urteil kam.
Vorwürfe reichen Jahrzehnte zurück
Motsinger hatte 2023 Klage eingereicht. Sie erklärte, Cosby habe sie Anfang der 1970er-Jahre nach einer Comedy-Show eingeladen, ihr Wein und Tabletten gegeben und sie anschließend missbraucht. Laut Klageschrift sei sie zeitweise bewusstlos gewesen und später nur teilweise bekleidet in ihrem Zuhause aufgewacht. Die Verteidigung wies die Vorwürfe zurück. Cosbys Anwälte argumentierten, die Darstellung beruhe weitgehend auf Annahmen und Spekulationen.
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Teil einer langen Reihe von Vorwürfen
Der Fall ist einer von zahlreichen Vorwürfen gegen Cosby. Mehr als 60 Frauen haben ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen, was er stets bestritten hat.
Cosby war 2018 in einem Strafverfahren wegen eines ähnlichen Falls verurteilt worden. Das oberste Gericht des Bundesstaates Pennsylvania hob das Urteil jedoch später auf, weil Verfahrensfehler festgestellt wurden. Cosby kam nach knapp drei Jahren Haft wieder frei. Auch in anderen Zivilverfahren wurde er bereits zu Zahlungen verpflichtet. Das nun verhängte Urteil gehört zu den höchsten Summen in diesen Fällen.
Klägerin spricht von „Gerechtigkeit“
Motsinger erklärte nach dem Urteil, es gehe nicht nur um sie selbst, sondern darum, gehört zu werden und Verantwortung einzufordern. Sie habe die Last der Ereignisse über Jahrzehnte getragen. Das Urteil gebe ihr und anderen Betroffenen Hoffnung.
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