Sie versprechen Superdeals, eine Cyber Week oder den absoluten Friday-Wahnsinn: Wer aktuell in den sozialen Netzwerken surft oder den Kudamm entlangschlendert, kann sich vor Sonderangeboten nicht retten. Für den kommenden Freitag hat der Einzelhandel wieder mal den Black Friday ausgerufen – die aus den USA importierte jährliche Rabattschlacht am Tag nach dem Thanksgivingfest.
Was den Amerikanern einst den Brückentag versüßen sollte, hat sich auch in Deutschland zu einer Festwoche für Schnäppchenjäger ausgewachsen. Doch geben die Angebote in den Läden und im Netz wirklich Anlass zur Euphorie?
Hohe Preisnachlässe in Deutschland nur vereinzelt
Die Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht. Denn während in den Vereinigten Staaten oft satte Rabatte von 50 bis sogar 80 Prozent winken, scheint der schwarze Freitag in Berlin kaum mehr als ein weiterer Anlass, Kunden mit greller Reklame zu übereiligen Käufen zu drängen.
So läuft auf der Website eines Berliner Elektrohändlers eine Uhr, die die verbliebenen Sekunden bis zum Ende des Ausverkaufs zeigt. Ein Möbelhaus verziert Abbildungen von Sofas, Tischen oder Betten mit einem Stempel. Er zeigt an, dass nicht mehr viele auf Lager sind. Nicht zu erkennen ist aber, ob damit 10 oder 1000 Artikel gemeint sind.
Auch wirklich hohe Preisnachlässe finden Kunden in Deutschland nur vereinzelt. Wer im Internet die Liste der teilnehmenden Händler durchgeht, stößt meist auf Rabatte von 20 oder 30 Prozent. Eine kleine Vergünstigung, wie sie auch vor Ostern, Weihnachten oder dem Ende einer Jahreszeit eingeräumt wird.
Reduzierungen durchschnittlich nur bei unter 20 Prozent
Verbraucherschützer beobachten zudem, dass Händler die Rabatte oft anhand der unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller berechnen. Tatsächlich kassiert aber kaum ein Händler diese als „Mondpreise“ in Verruf gekommenen Summen. In der Vergangenheit ergaben Stichproben der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen, dass die Reduzierungen durchschnittlich nur bei unter 20 Prozent lagen.
Einen Überblick über Händler und Preise bieten Vergleichsportale. Für ein neues Kopfhörermodell etwa ergeben sich Preisunterschiede von fast hundert Euro. Es lohnt also, innezuhalten bevor die Kreditkarte gezückt wird. Denn die nächste Rabattschlacht kommt bestimmt – wieder mit einmaligen Preisen, wieder mit ultimativen Angeboten. Wohl allen, die sich nicht hetzen lassen.
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