Ein Zivilpolizist hat am Mittwochnachmittag bei einer Geschwindigkeitskontrolle in Wilmersdorf mehrere Schüsse auf den Fahrer eines BMWs abgefeuert. Der Unbekannte soll sich zuvor den Anweisungen der beiden Polizisten widersetzt und seinen Wagen mit hoher Geschwindigkeit in Richtung der Polizisten gesteuert haben.
Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, stoppten die beiden Polizisten in Zivil den bislang unbekannten Fahrer gegen 17.25 Uhr an der Kreuzung Bundesallee Ecke Trautenaustraße, um eine Kontrolle durchzuführen. Das Auto war vermutlich mit erhöhter Geschwindigkeit und einem falschen Kennzeichen unterwegs.
Polizist schießt auf flüchtigen BMW-Fahrer: Beamte stehen unter Schock
Als die Zivilbeamten sich als Polizisten zu erkennen gaben, drückte der Fahrer plötzlich das Gaspedal durch und steuerte mit seinem Wagen direkt auf die Polizisten zu. Einer der Beamten feuerte mehrere Schüsse auf den sich nähernden Wagen ab. Ob der Fahrer dadurch verletzt wurde, ist bislang nicht bekannt. Eine Gefährdung weiterer Menschen sei ausgeschlossen gewesen, hieß es seitens der Polizei. Der Autofahrer wendete über den Mittelstreifen und flüchtete über die Bundesallee in Richtung Bundesplatz davon.
Die beiden Polizisten standen unter Schock und konnten ihren Dienst nicht fortsetzen. Die Bundesallee musste von 17.50 bis 19.40 Uhr zwischen der Trautenaustraße und der Güntzelstraße vollständig gesperrt werden. Von der Sperrung war auch der öffentliche Personennahverkehr betroffen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Schüsse auf BMW-Fahrer: GdP spricht von einer „Notwehrsituation“
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sprach von einer Notwehrsituation – der Polizist habe mit den Schüssen womöglich Schlimmeres verhindern können. „Wir sind heilfroh, dass die Kollegen lebend aus diesem Einsatz herausgekommen sind“, erklärte Pressesprecher Benjamin Jendro am Donnerstag.
Ihm zufolge häufen sich Fälle, in denen versucht werde, Polizisten bei Fahrzeugkontrollen gezielt zu überfahren und damit schwerste Verletzungen und gar ihren Tod zu riskieren.
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