Auf der 400 Meter langen Großen Hamburger Straße in Mitte erzählt jeder Zentimeter jüdische Geschichte. Zunächst von friedlichen Zeiten, nach 1933 von Pogromen, Holocaust, Krieg: Hier entstand im 17. Jahrhundert der erste jüdische Friedhof der Stadt. Ende des 18. Jahrhunderts gründete Moses Mendelssohn eine jüdische Knabenschule, wo seit der Weimarer Republik auch Mädchen lernten. Im 19. Jahrhundert kam ein jüdisches Altersheim dazu. Und in den Häusern links und rechts des Straßenzuges wohnten jüdische und nicht-jüdische Familien, nachbarschaftlich Tür an Tür. Doch die Alltagsnormalität nahm ein brutales Ende im NS-Regime: Die Straße, der Friedhof, das Altenheim und die geschlossene Schule wurden zum Gestapo-Tatort, zum Sammellager („Judenlager“) für die Deportationen in die Vernichtungslager. Später dann ein Notgefängnis und Gestapo-Durchgangslager für politische Flüchtlinge und Ausländer.
Holocaust und Krieg
Boltanskis „Missing House“ in der Großen Hamburger Straße
Das Denkmal des jüdischen Künstlers Christian Boltanski ist nun ein Geschenk an die Nationalgalerie und wird Teil der „Unendlichen Ausstellung“ im Stadtraum Berlin.
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Die Brandmauern restauriert und die Namensschilder als Repliken wetterfest: Christian Boltanskis „The Missing House“. Die Originale kamen ins Museum Hamburger Bahnhof
© Nationalgalerie 2025/ Schenkung von Annette Messager/Fonds de dotation Christian Boltanski/Thomas Bruns/VG Bildkunst 2025