Bayern

Bombendrohung nach Hausbrand in München: Das ist bisher zu dem Fall bekannt

Ein Hausbrand, Sprengfallen und ein Drohbrief sorgten für einen Großeinsatz der Polizei am Mittwoch in München. Die Ermittlungen dauern an. Die wichtigsten Informationen im Überblick.

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Ein Brand in einem Münchner Einfamilienhaus hat einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst.

Ein Brand in einem Münchner Einfamilienhaus hat einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst.

© Roland Freund/dpa

Am Tag nach einem Brand im Münchner Norden, der für einen Großeinsatz der Polizei und für eine mehrstündige Schließung des Oktoberfests sorgte, dauern die Ermittlungen weiter an. Am frühen Mittwochmorgen wurden die Einsatzkräfte in den Stadtteil Lerchenau zu einem brennenden Wohnhaus gerufen. 

Ein verletzter Mensch, der in der Nähe gefunden wurde, erlag kurz darauf seinen Verletzungen. Später stellte sich heraus, dass es sich um den Tatverdächtigen handelte. Anwohner sprachen von Explosionen, auch Autos wurden angezündet. Später fand die Polizei mehrere Sprengfallen in dem Haus.

Großeinsatz der Münchner Polizei auch am Oktoberfest

In dem abgebrannten Wohnhaus befindet sich nach Polizeiangaben eine Leiche. Die Behörden vermuten, dass es sich bei dem Toten um den vermissten 90 Jahre alten Vater des Tatverdächtigen handelt. Aufgrund der großen Hitze konnten Einsatzkräfte das abgebrannte Gebäude zunächst nicht betreten. Zudem sollte ein Statiker dessen Zustand beurteilen. Die 21 Jahre alte Tochter des Tatverdächtigen und seine 81-jährige Mutter wurden verletzt.

Tatverdächtig ist nach Polizeiangaben ein 57 Jahre alter Mann, der das Haus in Brand gesetzt haben soll und auf der Flucht vor Einsatzkräften Suizid beging. Der Mann habe die Vaterschaft für seine Tochter angezweifelt und in diesem Zusammenhang gar eine Petition an den bayerischen Landtag gestellt, berichtete der Rundfunk Berlin-Brandenburg. Diese habe der Landtag aber im vergangenen Jahr für erledigt erklärt.

Die Behörden schlossen einen politischen Hintergrund für die Tat aus. Zunächst gab es noch andere Hinweise auf einen möglicherweise geplanten Anschlag auf das Oktoberfest. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte der Mann davor, auf die Wiesn zu gehen, denn es könnte ein „bombiges Erlebnis“ geben. Diese Drohung habe man - insbesondere angesichts des abgebrannten Hauses - ernst nehmen müssen.

Zwischenzeitlich tauchte auf der linksextremen Plattform „Indymedia“ ein angebliches Bekennerschreiben auf. Darin hieß es: „In den frühen Morgenstunden haben wir im Münchner Norden einige Luxuskarren abgefackelt und Hausbesuche abgestattet“. Für einen „Fascho“ sei ein Morgenspaziergang „nicht besonders gut“ ausgegangen. Dabei handelt es sich jedoch um ein Schreiben von sogenannten Trittbrettfahrern. „Seitens des Tatverdächtigen besteht kein Bezug zur Antifa. Es gibt keine Hinweise, dass an anderen Orten in München eine Gefahr besteht“, so die Polizei München.

Das Oktoberfest eröffnete aufgrund der Lage zunächst nicht, die Polizei durchkämte das Gelände mit Sprengstoffspürhunden. Da sich die Sprengstoffdrohung nicht bestätigte, konnte das Festgelände um 17.30 Uhr wieder öffnen. (mit dpa)

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