Bei einem erneuten Bootsunglück vor der Küste Tunesiens sind bis zu sieben Migranten ums Leben gekommen. Bislang seien am Strand der zweitgrößten tunesischen Stadt Sfax vier Leichen gefunden worden, drei weitere Insassen des am Morgen gekenterten Boots würden noch vermisst, sagte ein Sprecher des für die Ermittlungen zuständigen Gerichts in Sfax am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. 36 Menschen konnten demnach gerettet werden.
Laut dem Sprecher war bereits am Vortag ein Boot mit 37 Migranten beim Versuch, nach Europa zu gelangen, vor der Küste untergegangen. 20 Migranten würden seitdem vermisst, 17 wurden demnach gerettet. Die Vermissten stammten laut dem Sprecher zufolge aus Ländern südlich der Sahara.
Rettungsschiff bringt 339 Bootsmigranten nach Italien
Sechs Boote seit März gekentert – mehr als 100 Tote oder Vermisste
Einer AFP-Zählung sind damit seit Anfang März mindestens sechs Boote mit Migranten untergegangen. Dabei starben über hundert Menschen oder werden noch vermisst.
Am Freitag hatte die tunesische Küstenwache mitgeteilt, dass sie zwischen dem 1. Januar und 31. März mehr als 14.000 Menschen von der Überfahrt nach Europa abgehalten habe. Das seien fünf Mal so viele Menschen wie im selben Vorjahreszeitraum. Mehr als 13.100 Migranten stammten demnach aus Ländern südlich der Sahara, bei den restlichen handelte es sich um Tunesier.
Die meisten Boote wurden demnach vor der Küste der Provinzen Sfax und Mahdia abgefangen. Dort ist die Küste nur etwa 150 Kilometer von der italienischen Insel Lampedusa entfernt.
Nach Angaben des italienischen Innenministeriums kamen seit Jahresbeginn mehr als 14.000 Migranten in Italien an, im Vorjahreszeitraum waren es demnach rund 5300. Bei der gefährlichen Fahrt übers Mittelmeer in überfüllten Booten sterben immer wieder dutzende Menschen.
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