BERLIN, 25. März. Berlin und Brandenburg werden nach Einschätzung des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) von der Produktion des neuen Airbus-Militärtransporters A400M besonders profitieren. Die beiden südlich von Berlin gelegenen Triebwerkshersteller MTU in Ludwigsfelde sowie Rolls Royce in Dahlewitz hatten im vergangenen Jahr den Zuschlag für die Endmontage aller 180 bestellten Triebwerke für den europäischen Airbus-Militärtransporter A400M erhalten. "Insgesamt werden damit bis zu 250 Arbeitsplätze in Brandenburg entstehen", sagte BDLI-Präsidialgeschäftsführer Hans-Joachim Gante Mitte der Woche in Berlin.Die Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg ist nach Ansicht des BDLI in den vergangenen 14 Jahren für die Luft- und Raumfahrtsbranche ein immer attraktiverer Standort geworden. So sind in diesem Sektor heute schon insgesamt 3 500 Mitarbeiter beschäftigt. "Nimmt man alle neuen Bundesländer zusammen, sind es sogar 6 000 Beschäftigte", betonte Gante.Job-Zahl könnte weiter steigenIn den nächsten zehn Jahren könnte die Zahl der Arbeitsplätze in Ostdeutschland auf bis zu 12 000 steigen. Als besonderer Wachstumsmotor für die Branche sei die bevorstehende EU-Osterweiterung anzusehen. "Es gibt noch viele alte Netzwerke aus DDR-Zeiten, die wiederbelebt werden müssten", erläuterte Gante. Eine konsequente Nutzung dieser Verbindungen könnte den Marktzugang nach Osteuropa und nach Russland erheblich erleichtern. Doch einzelne Unternehmen wie MTU im brandenburgischen Ludwigsfelde leiden momentan unter der anhaltenden Krise der Luftfahrt. "Wir spüren noch immer die Folgen des 11. September", sagte MTU-Geschäftsführer Gerhard Reiff. Auch mache der schwache Dollar dem Unternehmen zu schaffen. Konkurrenten aus den USA könnten daher ihre Produkte billiger anbieten. Ob aus diesen Gründen 50 von insgesamt 600 Mitarbeitern entlassen werden müssten, sei aber noch nicht definitiv entschieden, sagte Reiff. 2003 ist der Umsatz des Triebwerkherstellers um acht auf 118 Millionen Euro zurückgegangen. Der Autobauer DaimlerChrysler hatte Ende vergangenen Jahres seine Tochter MTU an das US-Konsortium Kohlberg Kravis Roberts verkauft. Beim Konkurrenten Rolls-Royce gibt es dagegen derzeit keine Pläne, Personal einzusparen. "Wir sind für die nächsten zwei bis drei Jahre mit Aufträgen ausgelastet. Alle Jobs sind somit gesichert", sagte Norbert Arndt, Geschäftsführer bei Rolls-Royce in Dahlewitz. Gute Perspektiven hat die Region auch auf Grund der engen Verknüpfung zwischen Hochschule, Forschung und Industrie. Unternehmen wie Rolls-Royce oder MTU kooperieren eng mit mehreren Institutionen der Region. Dazu zählen das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof, die Technische Universität Berlin und die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus.Kooperation mit UniversitätenDie BTU bietet beispielsweise einen Studiengang Maschinenbau mit der Fachrichtung Triebswerkstechnik an. Zudem betreiben MTU und die Universität Cottbus gemeinsam einen Triebswerksprüfstand in der Stadt. Auch Rolls-Royce engagiert sich in der Ausbildung. Das Unternehmen arbeitet mit mehreren Hochschulen sowie dem DLR zusammen.Besonders gut funktioniere die Zusammenarbeit mit kleineren Universitäten wie der BTU in Cottbus, betonte Norbert Arndt von Rolls-Royce. Die Cottbuser Hochschule mit rund 4 500 Studenten ist gerade einmal dreizehn Jahre alt und wurde am 15. Juli 1991 als einzige Technische Universität im Land Brandenburg gegründet. "Hier läuft alles viel schneller als anderswo, weil die Entscheidungswege kurz sind", lobte Arndt.Hohe Investitionen // MTU Aero Engines erwirtschaftete im Jahr 2003 mit weltweit 8 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro. In den Standort Ludwigsfelde wurden seit 1991 etwa 120 Millionen Euro investiert.Das britische Unternehmen Rolls-Royce beschäftigt rund 35 000 Mitarbeiter und erzielte 2003 einen Umsatz von 8,4 Milliarden Euro. Am Standort Dahlewitz mit 1 000 Mitarbeitern machte Rolls-Royce einen Umsatz von 577 Millionen Euro.Weitere Informationen zur Luft- und Raumfahrt unter: www. bbaa. de .www. bdli. de.www. dlr. de.Foto: Triebwerks-Montage bei Rolls-Royce im brandenburgischen Dahlewitz
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