Porsche hat die Sonderzahlungen für die mehr als 27.000 Beschäftigten an den deutschen Standorten für das Geschäftsjahr 2025 gestrichen. „Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wird es für das Geschäftsjahr 2025 keine freiwillige Sonderzahlung geben“, teilte ein Sprecher des MDax-Konzerns auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Stuttgart mit. Die Belegschaft sei darüber bereits informiert worden. Die Porsche AG ist eine Tochtergesellschaft von Volkswagen.
Für das Geschäftsjahr 2023 hatten sich Unternehmensführung und Betriebsrat noch auf eine Prämie von bis zu 9690 Euro geeinigt, ein Jahr später lag sie bei bis zu 5250 Euro. Die Sonderzahlung erhielten bislang alle festangestellten Beschäftigten der Porsche AG und ihrer Tochtergesellschaften, einschließlich des Werks in Leipzig. Seit mindestens 2007 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben in jedem Geschäftsjahr eine Mitarbeiterprämie ausbezahlt.
Krisenstimmung: Andere Hersteller zahlen geringere Prämien
Die Krise in der Autobranche hat 2025 alle deutschen Hersteller getroffen. Bei Mercedes-Benz erhalten anspruchsberechtigte Beschäftigte nach früheren Angaben voraussichtlich bis zu 3139 Euro. Tarifbeschäftigte bei Volkswagen bekommen entgegen einer früheren Absage nun doch eine Prämie von 1250 Euro. Auch Audi und BMW beteiligen Berichten zufolge ihre Beschäftigten.
Porsche hatte Mitte März einen Gewinneinbruch gemeldet. Der Konzernüberschuss sank im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro, nach fast 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2024. Der Umsatz ging um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro zurück.
Als Gründe nennt das Unternehmen stockende Geschäfte in China, die US-Zollpolitik und die schwächere Nachfrage nach den Porsche-Elektromodellen. Der frühere Vorstandschef Oliver Blume hatte vor seinem Abgang Anfang 2026 die Strategie umgestellt und stärker auf Verbrenner gesetzt, was Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro verursachte.
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Auch keine Boni für Vorstandsmitglieder
Auch die Vorstandsmitglieder erhalten keinen Jahresbonus, die Grundvergütung des Managements wird wie im Vorjahr nicht erhöht, wie der Sprecher weiter mitteilte. Die Aktionäre können dagegen mit einer Dividende rechnen, die sich nach dem Willen des Vorstands von 2,31 Euro auf 1,01 Euro je Vorzugsaktie mehr als halbieren soll.
Das Management um den neuen Vorstandschef Michael Leiters rechnet nach eigenen Angaben 2026 weiterhin mit „sehr herausfordernden Marktbedingungen“. Ein weiteres Sparprogramm wird derzeit verhandelt. (mit dpa)
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