Knapp 100 Tage nach dem Start der rot-schwarzen Landesregierung in Brandenburg klettert die AfD in einer neuen Umfrage auf einen Höchstwert. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) stürzt deutlich ab und würde den Wiedereinzug ins Parlament verpassen.
AfD-Vorsprung wächst auf Rekordhoch
Die AfD ist in Brandenburg mit deutlichem Abstand stärkste politische Kraft. Käme es jetzt zu einer Landtagswahl, erreichte die Partei laut dem aktuellen „BrandenburgTrend“ von Infratest dimap im Auftrag des RBB 37 Prozent – zwei Prozentpunkte mehr als im Dezember 2025 und der bisherige Höchstwert in dieser Umfrage. Bei der Landtagswahl 2024 hatte die AfD noch 29,2 Prozent erzielt.
Die AfD hat damit im Osten weiterhin besonders starke Umfragewerte. In Sachsen-Anhalt kommt sie auf um die 40 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern zuletzt auf rund 35 Prozent. In Thüringen lag sie im April bei knapp 40 Prozent. Auf Bundesebene war die AfD in den neuesten Umfragen mit 27 bis 29 Prozent ebenfalls stärkste Kraft. In Brandenburg wird der Landesverband der Partei vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft.
So will die AfD Sachsen regieren: Weniger Verwaltung, Kernkraft und neue Schulpolitik
Drei Ex-BSW-Abgeordnete im Landtag Brandenburg als Gruppe anerkannt
BSW: Erst Regierungspartei, jetzt unter fünf Prozent
Das BSW würde mit nur noch vier Prozent (minus drei Punkte) aus dem Landtag fliegen. Bei der Wahl 2024 hatte die Partei mit 13,5 Prozent noch vor der CDU gelegen, also über neun Prozent mehr errungen. Seitdem haben mehrere Abgeordnete das BSW verlassen, darunter der ehemalige Finanzminister Robert Crumbach, der inzwischen wieder der SPD angehört und als Minister für Infrastruktur und Landesplanung amtiert.
Die ursprüngliche Koalition aus SPD und BSW war Anfang 2026 zerbrochen. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bildete daraufhin ohne Neuwahl eine Regierung mit der CDU.
Unzufriedenheit mit Rot-Schwarz, weniger mit Woidke
Für die Sonntagsfrage wurden vom 18. bis 22. Juni 1159 Wahlberechtigte befragt. Die SPD verharrt demnach bei 22 Prozent, die CDU verliert zwei Punkte und kommt auf zwölf Prozent. Damit hätte die Landesregierung nur noch 34 Prozent der Stimmen, die AfD hätte alleine mehr. Die Linke legt drei Punkte auf zwölf Prozent zu, die Grünen würden mit sechs Prozent (plus eins) wieder einziehen.
Mit der Arbeit der Landesregierung sind nach den Angaben nur 28 Prozent der Befragten zufrieden, 62 Prozent äußern sich unzufrieden. Besonders skeptisch beurteilen die Bürger die Lösungskompetenz der Koalition in Schule und Bildung: 62 Prozent erwarten dort keine Fortschritte.
Ministerpräsident Woidke bleibt laut Umfrage jedoch bekanntester und beliebtester Politiker des Landes. 57 Prozent sprechen sich dafür aus, dass er bis zur nächsten Landtagswahl 2029 im Amt bleibt, 31 Prozent halten eine vorzeitige Übergabe für angebracht. Mit seiner Arbeit zeigen sich 46 Prozent zufrieden, im Dezember 2025 waren es 48 Prozent. Die neuen Minister erreichen deutlich geringere Zustimmungswerte, sind vielen Befragten aber auch noch nicht bekannt.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de