Der Verein Islamisches Zentrum in Fürstenwalde ist vom Brandenburger Verfassungsschutz als extremistische Bestrebung eingestuft worden. Dies teilten Innenminister Michael Stübgen (CDU) und der Leiter des Verfassungsschutzes, Jörg Müller, am Mittwoch in Potsdam mit. Die „al-Salam“-Moschee, die von dem Verein betrieben wird, wurde ebenfalls als extremistisches Beobachtungsobjekt eingestuft.
„Das Islamische Zentrum Fürstenwalde ist der islamistisch-terroristischen Gruppierung Hamas sowie der Muslimbruderschaft zuzuordnen“, sagte Stübgen. Der Verein agiere gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung, verbreite antisemitische Narrative und streite das Existenzrecht Israels ab. „Das dürfen wir nicht hinnehmen.“
Islamisches Zentrum in Fürstenwalde wurde 2018 gegründet
Nach Angaben von Verfassungsschutzchef Müller besteht die Gefahr, dass Muslime aller Altersgruppen – also auch Kinder und Jugendliche – durch die Vereinsarbeit extremistischen Haltungen und islamistischer Ideologie ausgesetzt sind. Das Handeln des Vereins und der Moschee verstoße auch gegen die auswärtigen Belange Deutschlands und gegen den Gedanken der Völkerverständigung.
Brandenburger Verfassungsschutz stuft AfD-Jugend als rechtsextremistisch ein
Der Verfassungsschutz will verhindern, dass der Verein eine „herausragende Struktur“ im Bereich des Islamismus in Brandenburg etabliert. Die Muslime kommen nach Angaben der Behörde nicht nur aus Fürstenwalde (Landkreis Oder-Spree), sondern teils auch aus Südbrandenburg, Berlin und Potsdam. Der Verein wurde demnach im Jahr 2018 gegründet und bietet Freizeit- und Bildungsangebote für Kinder, Jugendliche und andere Gruppen.
Neben dem islamischen Zentrum wurde die Jugendorganisation der AfD, die Junge Alternative, als rechtsextremistische Bewegung eingestuft. Damit werde die Organisation, die bereits seit 2019 als Verdachtsfall beobachtet wurde, eine Gefahrenstufe heraufgesetzt.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de