Ex-Wirtschaftsminister Fürniß gestorben

Wirtschaftsförderer und Betrüger

Wolfgang Fürniß musste 2002 wegen eines Privatkredits aus dem Ausland zurücktreten.

BLZ
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Wolfgang Fürniß im Verhandlungssaal des Heidelberger Landgerichts am 15.04.2015.

Wolfgang Fürniß im Verhandlungssaal des Heidelberger Landgerichts am 15.04.2015.

© picture alliance / dpa

Der CDU-Politiker war von 1984 bis 1991 Oberbürgermeister von Wiesloch. 1999 berief Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) Fürniß als Wirtschaftsminister in sein Kabinett. Wegen eines privaten Millionenkredits von einem Scheich aus den arabischen Emiraten musste Fürniß 2002 zurücktreten und machte später mit kriminellen Aktivitäten Schlagzeilen.

Als Wirtschaftsminister bemühte sich Fürniß um den Aufbau einer Chipfabrik in Frankfurt (Oder) mit Beteiligung des weltgrößten Herstellers Intel und des Emirats Dubai als Investor.

Skeptiker, die das kleine Land Brandenburg angesichts der Milliarden-Investition überfordert sahen, kanzelte Fürniß als „kleinkariert“ ab. Das Projekt scheiterte endgültig im Herbst 2003.

Privatkredit aus Schardscha

Ein Jahr zuvor war bekannt geworden, dass Fürniß vom Scheich des Emirats Schardscha einen Privatkredit in Höhe von 1,5 Millionen Dollar (ca. 1,5 Millionen Euro) erhalten hatte. Schardscha grenzt an das Emirat Dubai. Daraufhin musste Fürniß von seinem Ministeramt zurücktreten.

Im Frühjahr 2015 wurde Fürniß vom Landgericht Heidelberg zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er Freunde und Bekannte um knapp eine halbe Million Euro betrogen hatte. In mindestens 20 Fällen hatte er hohe Summen mit teils haarsträubenden Geschichten über die Behandlung einer schweren Krankheit und angeblich lukrative Geschäfte ergaunert.

Die Brandenburger CDU sprach der Familie ihr Beileid aus. Fürniß habe als Minister der Brandenburger Wirtschaftsförderung zu einer erfolgreichen Zukunft verholfen, sagte Landeschef Ingo Senftleben.

Die letzten Jahre seines Lebens hätten unter dem Eindruck persönlicher Fehler gestanden. „Wir werden Wolfgang Fürniß in respektvoller Erinnerung behalten“, sagte Senftleben. (dpa) 

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