Brisanz in Gruppe C: Australien hofft, dass sich die Schande von Gijón nicht wiederholt

Mathew Leckie hat noch nicht aufgegeben. „Wir haben einen Job: Drei Punkte holen und versuchen, in die nächste Runde zu kommen“, sagt der Angreifer von Hertha BSC. In seiner Heimat Australien ruhen die Hoffnungen, dass dieser Job tatsächlich erfüllt wird, vor allem auf dem 27 Jahre alten Leckie. Das Problem jedoch ist: Teil eins des Auftrags kann Leckie dank seiner Schnelligkeit und seiner Leidenschaft im abschließenden Gruppenspiel heute um 16 Uhr gegen Peru (ARD One/ Livestream ARD) eigenfüßig erfüllen. Aber für Teil zwei, das Erreichen des Achtelfinals, müssen Leckie und die Socceroos auf französische Schützenhilfe ...

BLZ
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Mathew Leckie hat noch nicht aufgegeben. „Wir haben einen Job: Drei Punkte holen und versuchen, in die nächste Runde zu kommen“, sagt der Angreifer von Hertha BSC. In seiner Heimat Australien ruhen die Hoffnungen, dass dieser Job tatsächlich erfüllt wird, vor allem auf dem 27 Jahre alten Leckie. Das Problem jedoch ist: Teil eins des Auftrags kann Leckie dank seiner Schnelligkeit und seiner Leidenschaft im abschließenden Gruppenspiel heute um 16 Uhr gegen Peru (ARD One/ Livestream ARD) eigenfüßig erfüllen. Aber für Teil zwei, das Erreichen des Achtelfinals, müssen Leckie und die Socceroos auf französische Schützenhilfe hoffen.

Sein Coach Bert van Marwijk setzt darauf, dass „die französischen Spieler auch ihren Stolz“ haben: „Sie haben beim Turnier bislang nicht gut gespielt und wollen allen beweisen, dass sie zu den Besten der Welt gehören“, glaubt Australiens Nationaltrainer. „Ich denke, dass sie alles geben werden.“

Frankreich schon Stammkräfte

Diese Einschätzung könnte sich allerdings als frommer Wunsch herausstellen, obwohl sein franzöischer Trainerkollege Didier Deschamps versprochen hat, auf Sieg zu spielen. Jedoch kündigte er auch an, nach dem 2:1 gegen Australien und dem 1:0 gegen Peru einige Stammkräfte zu schonen, um Ersatzspieler mit einem Einsatz bei Laune zu halten. Die Eindrücke aus dem Training legen nahe, dass unter anderem Paul Pogba, Kylian Mbappe und Torhüter Hugo Lloris eine Auszeit erhalten könnten.

Die Ausgangslage vor dem Finale der Gruppe C ist für Australien äußerst ungünstig: Frankreich ist bereits für das Achtelfinale qualifiziert und kann sich mit einem Unentschieden den Gruppensieg sichern, um in der nächsten Runde nicht auf die starken Kroaten zu treffen. Das Dumme aus australischer Sicht: Ein Remis würde auch den Dänen fürs Weiterkommen reichen. Sie haben bislang vier Punkte geholt, Australien nur einen. Peru ist mit bisher null Zählern bereits ausgeschieden. 

„Wir haben zwei sehr gute Leistungen gezeigt, die wahrscheinlich niemand erwartet hätte“, sagt Leckie. „Wir hätten mehr verdient. Wir wussten, dass wir besser sind, als alle erwartet haben.“ Sowohl beim 1:2 gegen Frankreich als auch beim 1:1 gegen Dänemark zeigten die Socceroos ein starkes Spiel. Was auch an Leckie lag. „Er gibt mir mehr Freiheiten, ich kann mehr Risiken eingehen“, sagt er über die Arbeit mit van Marwijk, bei dem er auf seiner Lieblingsposition rechts offensiv gesetzt ist.

Peru ohne Farfan

Beim Unentschieden gegen Dänemark war er maßgeblich daran beteiligt, dass seine Mannschaft überhaupt noch eine Chance auf die nächste Runde hat. Nach einer Ecke hatte der Herthaner die Hand des Leipziger Bundesligaspielers Yussuf Poulsen angeköpft, die zum Handelfmeter und Ausgleich führte. Jetzt muss allerdings ein Sieg gegen Peru her, und gleichzeitig müssen die Franzosen die Dänen besiegen, damit sich Leckies Traum vom Achtelfinale erfüllt.

Dass sich die Peruaner, denen der Ex-Schalker Jefferson Farfan nach einer Gehirnerschütterung im Training fehlen wird, ihren zahlreich mitgereisten Fans zum Abschied „noch ein bisschen Freude geben" und nicht „ohne Punkte heimkehren“ wollen, wie es Kapitän Paolo Guerrero ankündigt, sorgt die Australier dabei weniger.

Größer ist die Angst, dass Frankreich und Dänemark einen Nichtangriffspakt schließen wie Deutschland und Österreich bei der WM 1982, als beide dank des 1:0-Siegs der Deutschen weiterkamen und die am Vortag siegreicher Algerier ausschieden. Als Schande von Gijón ging die Partie in die Fußballgeschichte ein. Seither werden die letzten Spiele in einer Gruppe zeitgleich ausgetragen. Eine Wiederholung der Schande schließt das aber nicht aus.

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