Wie die australische Nachrichtenagentur AAP berichtet, räumten Beamte am frühen Montagmorgen Ortszeit die letzten Demonstranten gegen das dort geplante Olympia-Stadion für 2032 aus dem innerstädtischen Victoria Park in Brisbane. Damit kann nun die zuständige Spielebehörde GIICA das von den Aborigines Barrambin genannte Areal einzäunen und schweres Baugerät einsetzen lassen.
Brisbane richtet 2032 nach Melbourne 1956 und Sydney 2000 zum dritten Mal Olympische Spiele in Australien aus. Die Wettbewerbe sollen nach dem Konzept der Organisatoren stark auf bestehende und neue Sportstätten im Bundesstaat Queensland verteilt werden. Das geplante Stadion in Brisbane ist dabei als zentrale Arena vorgesehen.
Geplant ist ein Stadion mit 63.000 Sitzplätzen, das rund 3,8 Milliarden australische Dollar kosten soll – umgerechnet etwa 2,3 Milliarden Euro. Hier sollen 2032 die Eröffnungs- und Abschlussfeier sowie die Leichtathletik-Wettbewerbe stattfinden.
Queenslands Premierminister David Crisafulli setzte nach AAP-Angaben den ersten Spatenstich und erklärte, mehr als zwei Drittel des Parks blieben öffentliche Grünfläche. Laut GIICA werden zunächst Erkundungs- und Abbrucharbeiten auf der Herston-Seite des Parks ausgeführt. Größere Erdarbeiten sollen Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen.
Streit um Kulturerbe vor Bundesbehörde
Die Yagara-Älteste Aunty Kerry Charlton sagte AAP, der eigentliche Streit werde nun in Bundesverfahren zum Schutz des Kulturerbes und in der Öffentlichkeit ausgetragen. Barrambin sei seit langem Begräbnis-, Geburts- und Zeremonienort. Der australische Umweltminister Murray Watt habe zehn Anträge nach dem nationalen Gesetz zum Schutz des Aborigine-Kulturerbes erhalten und zwei davon abgelehnt. Eine behördliche Anordnung zum Schutz des Kulturerbes könnte Auflagen für den Bau festlegen, das Projekt aber nicht stoppen.
Anwohner der Gruppe Games Watchdog 2032 bereiten nach ABC-Angaben eine Klage vor dem Obersten Gericht von Queensland vor. Sie halten den Stadionbau für unvereinbar mit dem Olympia-Vertrag und der Bewerbung Brisbanes. In der Denkmalliste von Queensland wird der Park als historischer Sammel- und Lagerplatz der Aborigines geführt.
Protestlager kündigt Fortsetzung an
Die Goori Camp Embassy, ein seit 5. April bestehendes Protestlager, will den Widerstand außerhalb der Zäune fortsetzen. Der Aktivist Derek Oram Sandy junior sagte der Zeitung National Indigenous Times, rund 100 Polizisten hätten in der Nacht zum Montag das Lager am sogenannten Heiligen Feuer geräumt und die Teilnehmer einer Zeremonie zum Verlassen aufgefordert. Sein Vater und zwei weitere Personen seien nach einem Polizeieinsatz am Freitag festgenommen worden.
Laut einem Bericht des australischen Senders ABC beherbergt der Park ein seltenes Gebiet mit natürlichen Wasserquellen und gilt als eine der letzten großen offenen Grünflächen Brisbanes. Die Menschenrechtskommission von Queensland verwies darauf, dass durch ein im vergangenen Jahr verabschiedetes Olympiagesetz einige Beschwerdewege gegen das Vorhaben entfallen seien.
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