London Die britische Koalitionsregierung hat die härtesten Sparmaßnahmen seit Generationen beschlossen. Selbst für die BBC und die Queen bricht damit das Zeitalter der Entbehrungen an. Das königliche Budget, das das Finanzministerium zu Verfügung stellt, wird im kommenden Jahr um keinen Penny erhöht, Elizabeth II. willigte ein, ihre Ausgaben bis 2013 um 14 Prozent zu kürzen. Pragmatisch, wie die 84-jährige Monarchin veranlagt ist, hat sie bereits die Weihnachtsfeier für das Personal im Buckingham-Palast abgesagt.Der konservative Schatzkanzler George Osborne will im hochverschuldeten Großbritannien die Staatsausgaben binnen fünf Jahren um 81 Milliarden Pfund senken. Keine Bevölkerungsgruppe, sagte er werde verschont: "Wir stecken alle mit drin." Das Rentenalter wird in den kommenden zehn Jahren auf 66 erhöht; für besser verdienende Familien wird das Kindergeld gestrichen; der Finanzsektor wird mit einer Bankenabgabe zur Kasse gebeten. Im kommenden Jahr wird außerdem die Umsatzsteuer erhöht.Im Schnitt muss jedes Ministerium bis 2015 im Schnitt 19 Prozent seiner Ausgaben einsparen. Rund acht Milliarden Euro werden zusätzlich im Sozialhaushalt eingespart. "Es ist ein schwerer Weg, aber er wird in eine bessere Zukunft führen", sagte Osborne.Die von Premierminister David Cameron geführte konservativ-liberale Koalition hat von der Vorgängerregierung das höchste Defizit der G-20-Nationen geerbt. Die Neuverschuldung liegt bei elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die oppositionelle Labour-Partei sprach angesichts der massiven Einschnitte von einem "gefährlichen Pokerspiel". Sie fürchtet, dass das Ausmaß der Sparmaßnahmen Großbritannien erneut in die Rezession treibt. Von Kürzungen verschont sind nur Gesundheitsetat und Entwicklungshilfe, investiert wird ins staatliche Schulsystem, Wissenschaft und Zukunftsindustrien.Bis zu einer halben Million Stellen im öffentlichen Dienst könnten nach offiziellen Schätzungen der Sparpolitik zum Opfer fallen. Selbst der Chef der Notenbank, Mervyn King, ein Befürworter von Camerons Sparpolitik und ein Freund schaurig klingender Prognosen, sieht einem "freudlosen Jahrzehnt " entgegen.Der Staatssender BBC muss ebenfalls Opfer bringen: Die Rundfunkgebühr von rund 166 Euro pro Jahr wird in den kommenden sechs Jahren eingefroren; zudem muss fortan der Sender selbst, und nicht der Staat, für den weltweit zu empfangenden BBC Word Service aufkommen. Für die Queen gab es ein kleines Trostpflaster: Für die Feiern zum diamantenen Thronjubiläum 2012 will das Schatzamt eine Million Pfund spendieren.------------------------------"Es ist ein harter Weg, aber er führt in eine bessere Zukunft." Georges Osborne, britischer Finanzminister
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