Buch von Adolf Hitler

Kommentierte Fassung von „Mein Kampf“ in Berliner Schulen möglich

70 Jahre lang war Hitlers ideologische Hetzschrift „Mein Kampf“ verboten. Jetzt kommt eine wissenschaftlich kommentierte Fassung auf den Markt. Diese könnte auch in Berliner Schulen im Unterricht eingesetzt werden.

BLZ
2 Min

Die Berliner Bildungsverwaltung ist offen für den Einsatz der kommentierten Neuausgabe von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ im Schulunterricht. „Wenn diese Quellen entsprechend in den Geschichts- oder Ethikunterricht eingebettet werden, können sich Lehrer dieser kommentierten Fassung bedienen“, sagte eine Sprecherin von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). In Berlin gelte ohnehin die Lehr- und Lernmittelfreiheit.

Wichtig sei nur, dass diese kommentierte Fassung eingeordnet werde, und das Unterrichtsziel - Bekämpfung des Rechtsextremismus oder Entlarvung der NS-Ideologie - klar definiert sei, sagte die Sprecherin. Ziel sei es laut Schulgesetz, die Schüler zu Persönlichkeiten heranzubilden, „welche fähig sind, der Ideologie des Nationalsozialismus und allen anderen zur Gewaltherrschaft strebenden politischen Lehren entschieden entgegenzutreten ...“.

70 Jahre lang war der Nachdruck von „Mein Kampf“ verboten, die Urheberrechte lagen beim Freistaat Bayern. Nun sind die Urheberrechte ausgelaufen. Das Institut für Zeitgeschichte arbeitete drei Jahre lang an einer wissenschaftlich kommentierten Ausgabe. Sie wird am 8. Januar in München präsentiert.

Nach seinem Umsturzversuch im November 1923 hatte Hitler in seiner Landsberger Festungshaft das Buch „Mein Kampf“ geschrieben. In der Hetzschrift sind etwa die Grundlagen für die Rassentheorie und seine spätere Eroberungspolitik angelegt.
Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU), der Deutsche Lehrerverband und der Verband der Geschichtslehrer sprachen sich inzwischen dafür aus, die kommentierte Neufassung zur politischen Bildung in der Schule einzusetzen. (dpa)

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