Die KZ-Gedenkstätte Buchenwald in Thüringen sieht sich einem heftigen Shitstorm ausgesetzt. Es geht um eine interne Handreichung für die Mitarbeiter, mit deren Hilfe sie Besucher identifizieren sollen, „die die Würde des Ortes gezielt missachten“, wie es heißt. Dabei geht es auch um das Tragen problematischer Kleidungsstücke und Symbole.
Codes und Symbole, die Rassismus, Antisemitismus oder andere menschenfeindliche Ideologien verbreiten, haben in der Gedenkstätte Buchenwald nichts zu suchen, heißt es in einer Mitteilung der Einrichtung. Um das Personal bei der Identifizierung rechtsextremer und antisemitischer Codes zu unterstützen, gebe es eine mittlerweile 57 Seiten umfassende Handreichung. Darin behandelten zehn Seiten „potenziell antisemitische Codes, die jenseits des rechtsextremen Spektrums verwendet werden“.
In der Handreichung wird laut Medienberichten zum Beispiel das Palästinensertuch Kufiya aufgeführt, dieses sei „eng mit dem Streben nach der Vernichtung Israels verbunden“. Weiter steht dort: „Das Tragen der Kufiya kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Sympathie mit militanter Israelfeindschaft bedeuten.“ An anderer Stelle heißt es, ein Olivenzweig könne neben Steinschleuder und Schlüssel „als Negierung des Rechts von Jüdinnen und Juden auf ein Leben in Israel verstanden werden“. Das Zeigen von Wassermelonen gehe oft einher mit „Parolen des israelbezogenen Antisemitismus“.
Die Reaktion sind wütende Proteste, vielfach geteilt von sogenannten palästinasolidarischen Accounts. Die Folgen: Nach Angaben des Gedenkstättenleiters Jens-Christian Wagner werden die Mitarbeiter wüst beschimpft – „als Genozidleugner, die neuen Nazis, Agenten des Mossad“, wie er im Deutschlandfunk sagte.
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In weiteren Medienberichten spricht Wagner davon, dass er selbst die Handreichung zunächst nicht gekannt habe, außerdem teile er die Kritik an einigen Formulierungen. So sei dort auch von „umstrittenen Gebieten“ bezogen auf die „besetzten Gebiete“ die Rede. Das sei falsch. Eine Überarbeitung der Handreichung sei in Arbeit.
In einem Statement auf der Homepage der Gedenkstätte schreibt Wagner: „Grundsätzlich gilt für uns: Kritik an der Politik der israelischen Regierung, an der Siedlungspolitik oder am Vorgehen im Gazastreifen ist legitim. Sie wird aber antisemitisch aufgeladen, wenn sie dazu genutzt wird, die Shoah zu relativieren und deren Opfer als Täter zu diskreditieren. Das werden wir in der Gedenkstätte Buchenwald nicht dulden.“
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