Das Drama um den vor der Ostseeinsel Poel liegenden Buckelwal Timmy hat sich am Dienstag weiter zugespitzt. Das Tier lag am Morgen weiterhin an jener Stelle, an der es sich am Vortag nach einem Freischwimmversuch erneut festgeschwommen hatte, wie in Liveübertragungen zu sehen war. Der Wal atmete noch und bewegte sich gelegentlich, lag wegen des gesunkenen Wasserstands aber zu erheblichen Teilen oberhalb der Wasseroberfläche.
Nach Angaben einer Sprecherin des Wasserstandsvorhersagedienstes Ostsee liegt der Pegel in der Wismarer Bucht rund 50 Zentimeter niedriger als am Vortag zur gleichen Uhrzeit. Bis zum Abend soll der Wasserstand um weitere 30 Zentimeter fallen.
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Personelle Ausfälle im Rettungsteam
Die private Initiative, die den Wal mit einem System aus Luftkissen und Pontons in Nordsee oder Atlantik schleppen will, verliert mehrere Mitglieder. Pressesprecherin Christiane Freifrau von Gregory erklärte ihren Rücktritt. Eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit sei unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich, teilte sie schriftlich mit. Die aktuellen Entwicklungen entsprächen nicht mehr den Grundwerten, für die sie und das Team stünden.
Die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert wurde nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Auch die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin Jenna Wallace sei abgereist, sagte Backhaus. Mediamarkt-Mitgründer und Mitfinanzierer Walter Gunz sprach von einer enormen Belastung. „Wir sind alle am Ende“, sagte er. Aufgeben wolle die Initiative aber nicht.
Minister verweist auf Tierwohl
Backhaus betonte, bei der Rettungsaktion stehe das Tierwohl im Mittelpunkt. „Wenn das abdriftet in eine Richtung, dass dem Tier Schaden zugefügt wird, dann ist eine Grenze erreicht“, sagte er in Kirchdorf. Der Wal sei nun zum fünften Mal gestrandet. In der Nacht hatte sich der Minister dem Tier mit einem Boot bis auf etwa 500 Meter genähert. Die Atemfrequenzen hätten zwischen zwei und vier Minuten gelegen, im Verlauf aber nachgelassen. Das zeige, dass der Wal gestresst sei.
Der Wal wurde erstmals am 3. März im Hafen von Wismar beobachtet. Behörden und hinzugezogene Fachleute hatten die aktive Rettung Ende März wegen fehlender Erfolgsaussichten und tierschutzrechtlicher Bedenken eingestellt. In der vergangenen Woche entschied das Landesumweltministerium, den neuerlichen Versuch der Privatinitiative zu dulden.
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