Theater

Bühnengewerkschaft: Lisa Jopt zur GDBA-Präsidentin gewählt

Die Gründerin des Ensemble-Netzwerks ist die erste Frau an der Spitze der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger.

2 Min
Lisa Jopt: Schauspielerin, Aktivistin, Gewerkschaftspräsidentin.

Lisa Jopt: Schauspielerin, Aktivistin, Gewerkschaftspräsidentin.

© Simon Hegenberg

Die freischaffende, zuletzt in Bochum engagierte Schauspielerin hat 2015 zusammen mit der damaligen Regieassistentin Johanna Lücke an einem Küchentisch in Oldenburg das Ensemble-Netzwerk gegründet. Seit 2016 ist es ein eingetragener Verein, heute haben sich fünf weitere Netzwerke mit zusammen über 900 Mitgliedern gegründet. Mit medienwirksamen Kampagnen und bundesweiten Ensemble-Versammlungen machte das Ensemble-Netzwerk auf die prekäre Situation vieler künstlerischer Theatermitarbeiter aufmerksam und kann sich die freiwillige Erhöhung der Mindestgage an so manchem Theater auf die Fahnen schreiben. Nun also erfolgt der Schritt von der Vereinsarbeit in die institutionalisierte Interessenvertretung. Es ist ein Griff nach der Macht.

Im letzten Herbst gab Lisa Jopt bekannt, für die Präsidentschaft der GDBA zu kandidieren, in der Berliner Zeitung legte sie in einem Interview ihre Motivation dar: „Wir haben gelernt, was es heißt, seine Interessen zu vertreten, Zielpapiere auszuarbeiten und sich für seinen Berufsstand starkzumachen. Jetzt ist es an der Zeit, das Wissen in eine professionelle Infrastruktur zu überführen, nämlich in die Struktur der Gewerkschaft. Dann können wir das Übel bei der Wurzel packen, was wir als lautes, buntes, blut- und glitzerverschmiertes Kampagnennetzwerk gar nicht können: der Tarifvertrag.“

Die GDBA ist die gewerkschaftliche Organisation der Bühnenangehörigen, sie hat die Tarifhoheit über den Normalvertrag (NV) Bühne, mit dem künstlerisches Personal an die öffentlich getragenen Theater gebunden wird. Die GDBA wurde 1871 von Ludwig Barnay in Weimar gegründet. In ihr sind Mitglieder des künstlerischen und künstlerisch–technischen Bereiches der Theater der Bundesrepublik Deutschland organisiert. Sie erfasst die vier Berufsgruppen: Solo, Tanz, Opernchor und ATuV (Ausstattung, Technik und Verwaltung). (mit dpa)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de