Verkehr

Milliarden einsparen und Klima schützen: Bündnis legt Plan zu Verkehrspolitik vor

Wirtschaft, Umweltverbände und Gewerkschaften schließen sich zusammen für Kritik am Verkehrsministerium. Das Bündnis legt einen Plan vor, mit dem sich „Milliarden einsparen ließen.“

Team News AFP/BLZ
3 Min
Ein Vorschlag: Autobahnen sanieren, statt neue zu bauen. 

Ein Vorschlag: Autobahnen sanieren, statt neue zu bauen. 

© Thomas Banneyer/dpa

Ein breites Bündnis von Wirtschafts- und Umweltverbänden sowie Gewerkschaften verlangt in einem Papier von der Bundesregierung, die Mobilitätspolitik grundsätzlich in eine andere Richtung zu lenken. „Wir fordern ein Ende der sozial ungerechten und klimaschädlichen Subventionen im Verkehrssektor“, heißt es in einem gemeinsamen Fünf-Punkte-Plan. Mit dem Plan könnten außerdem Milliarden im Haushalt für 2025 eingespart werden, um den die Koalition derzeit harte Verhandlungen führt. 

„Die aktuelle Mobilitätsplanung der Bundesregierung und insbesondere des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr fördert weiterhin fossile Mobilität in Deutschland, die nicht mit den Zielen für soziale Gerechtigkeit, Klima- und Naturschutz vereinbar sind“, kritisieren die Verbände. Dabei gehe es um Dutzende Milliarden Euro, die besser für eine sozial-ökologische Transformation eingesetzt werden sollten.

Sanierung von Autobahnen statt teurer Neubauten

Konkret gefordert werden die Sanierungen bestehender Autobahnen statt teurer Neubauten. Investitionen in das Schienennetz müssten erheblich gesteigert werden, um den geplanten Deutschlandtakt umzusetzen und einen sicheren, pünktlichen und komfortablen Bahnverkehr zu erreichen. Der öffentliche Nahverkehr müsse ausgebaut, das Deutschlandticket erhalten und um ein Sozialticket sowie vergünstigte Angebote für Kinder, Jugendliche, Studierende und Seniorinnen und Senioren erweitert werden.

Im Gegenzug sollten die geltende Pauschalbesteuerung für Dienstwagen mit Verbrennermotor von einem auf zwei Prozent des Listen-Neupreises verdoppelt und Vergünstigungen für Hybridfahrzeuge gestrichen werden. Der Umstieg auf Elektroautos müsse gerade im unteren Preissegment stärker gefördert werden, zum Beispiel durch Sozial-Leasing-Angebote.

Bündnis will Bundesregierung dabei helfen, Klimaziele zu erreichen

„Unser Fünf-Punkte-Plan zeigt auf, wie die Bundesregierung ihre Klimaziele im Verkehr, die angestrebte Verdopplung der Fahrgastzahlen und 15 Millionen E-Autos bis 2030 erreichen kann“, sagte dazu der Verkehrsexperte der Klima-Allianz Deutschland, Jonas Becker.

Das Erreichen der Klimaziele im Verkehr dürfe „nicht durch sozial ungerechte und klimaschädliche Subventionen gefährdet werden“, verlangte die Leiterin Verkehrspolitik beim Auto Club Europa (ACE), Kerstin Hurek. Jens Hilgenberg vom Umweltverband BUND nannte es „nicht akzeptabel“, dass „im Verkehr der Rotstift immer ausgerechnet bei Maßnahmen zur Mobilitätswende angesetzt werden soll“.

Unterzeichnet wurde der Aufruf auch vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW), dem Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.), der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Greenpeace Deutschland, dem Wirtschaftsverband Transport & Environment (T&E) sowie der Gewerkschaft Verdi.

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