Dahlem

Bürger wollen über die Zukunft der Museen mitreden

Das Museumszentrum soll teilweise ins Humboldt-Forum verlegt werden.

Christine Dankbar
3 Min
Die Staatlichen Museen Dahlem für Völkerkunde, Europäische Kulturen und asiatische Kunst zeigen noch einmal Flagge, bevor die Bestände in das Humboldtforum in Mitte integriert werden.

Die Staatlichen Museen Dahlem für Völkerkunde, Europäische Kulturen und asiatische Kunst zeigen noch einmal Flagge, bevor die Bestände in das Humboldtforum in Mitte integriert werden.

© imago/Wolf P. Prange

In Dahlem regt sich Unmut über die ungeklärte Zukunft des dortigen Museumszentrums, das teilweise ins Humboldt-Forum nach Mitte verlegt werden soll. Von den drei Museen, die in der Lansstraße ansässig sind, wurden zwei bereits geschlossen und die Exponate für den Umzug eingelagert. Nur das Museum Europäischer Kulturen ist noch geöffnet. Und könnte nun in einen Dornröschenschlaf versinken. Das befürchtet zumindest der frühere Diplomat Guy Féaux de la Croix und Vorsitzender des Vereins „Wir in Europa“. „Bei der letzten langen Nacht der Kulturen war Dahlem bereits ein blinder Fleck“, kritisiert der 68-Jährige. Er ist Hauptorganisator des sogenannten Dahlemer Appells, in dem Bürgerinnen und Bürger eine Beteiligung am Verfahren für die Nachnutzung der Museen fordern.

Die Bürgerinitiative kritisiert, dass der Bezirk bereits vor dreieinhalb Jahren Gespräche über die Nachnutzung des Museumsstandortes führen wollte, bis jetzt aber immer noch nichts geschehen sei. Man fürchte, dass die Gebäude künftig lediglich als Lagerräume für Exponate genutzt werden und der kulturelle Standort verödet. „Wir wollen eine Nutzung für den internationalen und europäischen Kulturaustausch und ein attraktives Kulturangebot für die Berliner und  die Besucher von auswärts“, sagte Féaux de la Croix. Um das zu diskutieren, lädt die Initiative Bürger und Politiker zu einer Versammlung am kommenden Dienstag im Ethnologischen Museum. CDU-Bezirksstadträtin Cerstin Richter-Kotowski, die  fürs Bürgermeisteramt kandidiert,  will ebenso erscheinen wie die Abgeordneten Sabine Bangert von den Grünen und Ina Czyborra von der SPD.

Die Befürchtung der Dahlemer, dass sich der Standort ihres Museumszentrums zur reinen Lagerstätte wandelt, scheint durchaus gerechtfertigt. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz teilte auf Anfrage mit, dass  das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst „umfangreiche Flächen“ in Dahlem als Depotstandort nutzen würden. Auch die Restaurierungswerkstätten der beiden Museen sollen in Dahlem bleiben. Das Museum Europäischer Kulturen soll  zwar vorerst in Dahlem bleiben, langfristig aber seinen Platz in einem Neubau am Kulturforum finden. Man werde aber als Eigentümerin der Liegenschaft „unter Beteiligung aller vor Ort Handelnden ein Gesamtkonzept für die verbleibenden Flächen verantworten“. Sieht ganz so aus, als wäre die Bürgerversammlung am Dienstag erst der Auftakt für lange und mühsame Verhandlungen.

Bürgerversammlung zur Nachnutzung der Dahlemer Museen am Dienstag, 6. September um 19.30 Uhr im Restaurant
Eßkultur, Takustraße 40 in Dahlem.

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