Der Koordinator
Ralf Gottschalk
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Ralf René Gottschalk hatte schon eine Karriere hinter sich, als er noch einmal von vorne anfing und sich in der Flüchtlingsarbeit engagierte. 15 Jahre lang hatte der heute 53-Jährige in der Anmeldung einer Schwerpunktpraxis für HIV und Hepatitis C in Mitte gearbeitet. Irgendwann spürte der gelernte Betriebswirt, Personal-Coach und Gesundheitstrainer für Menschen mit HIV und Aids einen immer stärkeren Drang nach Veränderung.
Im März vorigen Jahres stieß Gottschalk auf der Freiwilligenbörse im Roten Rathaus auf Angebote des Unionhilfswerks. Er ließ sich weiterbilden und wurde Deutschkurs-Leiter für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge. Längst ist daraus ein Beruf geworden. Seit 1. August arbeitet Gottschalk als hauptamtlicher Freiwilligenkoordinator in einer Gemeinschaftsunterkunft in Pankow.
Die Einladung hat er als „schöne Auszeichnung“ empfunden, er nehme sie aber stellvertretend „für alle Menschen, die sich engagieren“ an, sagt Gottschalk.
Die Helferin
Sohir Chaker
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Sohir Chaker ist vor zweieinhalb Jahren aus dem syrischen Bürgerkrieg geflohen. „Das Leben dort war sehr schwer geworden“, sagt sie. Mit ihrer Tochter und ihrem Sohn kam sie in einem Wohnheim in Marienfelde unter. Heute wohnt die Familie in einer Wohnung in Hellersdorf.
Seit acht Monaten engagiert sich die 54-Jährige im SOS-Familienzentrum in Hellersdorf, wo sie anderen Flüchtlingen hilft. Sie berät in Lebensdingen, kocht, liest Kindern vor oder übersetzt arabische Geschichten ins Deutsche. Die Schriftsprache beherrscht sie schon, das Sprechen wird immer besser. Ansonsten hilft ihr die Tochter weiter.
In Deutschland, so glaubt Sohir Chaker, wird sie kaum in ihrem Beruf als Architektin arbeiten können, zu groß sind die Unterschiede. Sie würde gerne Sozialarbeiterin werden. Deutlich bessere Chancen auf einen höher qualifizierten Job haben ihre Kinder: Sohn Milad ist 15 Jahre alt und geht in die 9. Klasse einer Hellersdorfer Schule. Tochter Yara, 19, absolviert Sprach- und Integrationskurse. Sie hat in Damaskus Abitur mit der Durchschnittsnote 1,2 gemacht. „Ich würde gerne Zahnmedizin studieren“, sagt sie.
Der Abend in Bellevue macht die gesamte Familie Chaker froh. „Das bedeutet, dass der Bundespräsident die Arbeit meiner Mutter würdigt“, sagt Yara Chaker. „Ich bin sehr stolz auf sie.“
Der Schiedsmann
Henning Zimmermann
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Henning Zimmermann mag den Streit, sagt er. Aber noch mehr das Schlichten desselben. Seit zehn Jahren ist der als Freiberufler tätige Kommunikationstrainer Schiedsperson des Bezirks Mitte – einer von 69 Menschen in dieser Funktion in ganz Berlin. Ihre Aufgabe: „Schlichten statt Richten.“ Die Idee ist, dass am Ende eines Streits beide Parteien zu einer einklagbaren Vereinbarung kommen.
Nicht zuletzt entlasten Schiedspersonen die Gerichte. In Zimmermanns Büro werden Nachbarschaftsstreits verhandelt, die sonst oft vor Gericht landen und teuer werden. „Das Übliche, jemand fühlt sich lärmbelästigt, es gibt Beleidigungen, kleine Körperverletzungen, Hausfriedensbruch.“ Fünf bis sechs Fälle hat er pro Jahr.
„Dabei begegnen mir alle Formen von Emotionen, Wut, Tränen ...“ Aber vor allem Menschen, die sich am Ende doch mit ihrem Gegenüber verständigen wollen. „70 bis 80 Prozent der Leute, die zu uns kommen, sagen: Hoffentlich hört das bald auf. Dabei helfen wir ihnen gerne.“
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