Islamistische Rebellen in Syrien haben am Sonnabend das größte Ölfeld des Landes erobert. Die Al-Nusra-Front, die enge Kontakte zum Al-Kaida-Netzwerk unterhält, und andere Gruppen hätten die Herrschaft über das Omar-Ölfeld bei Deir as-Saur übernommen, berichtete die im Exil tätige Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter. Ein Video zeigt einen Kämpfer mit erhobenem Gewehr auf einem Panzer, der den Erfolg seiner Einheiten verkündet.
Für die Regierungsgegner ist die Einnahme des Ölfeldes der wichtigste Erfolg seit Wochen. Treibstoff ist Mangelware in Syrien, und ohne den Zugang zu den einheimischen Quellen dürfte Präsidenten Baschar al-Assad Probleme bekommen, seine stark motorisierte Offensive noch lange fortzuführen.
An mehreren Fronten des Bürgerkrieges gewinnen derzeit die Regierungstruppen die Oberhand. Sie haben zuletzt mehrere Vororte von Damaskus eingenommen. Am Sonntag kamen dort bei Kämpfen mindestens 70 Menschen ums Leben. Zudem eroberten sie die strategisch wichtige Stadt Kalamun nahe der Grenze zum Libanon. Auch in den Vororten von Aleppo drängt die Regierungsarmee die Aufständischen zurück. Am Sonnabend starben bei einem Luftangriff auf ein Dorf nördlich von Aleppo mindestens 44 Menschen. Unterstützt wird die Regierungsarmee an manchen Orten von Kämpfern der libanesischen Hisbollah. Ihr kommt zudem die Schwäche ihrer Gegner zu Gute: Zunehmend kämpfen die Rebellen gegeneinander.
Auch international geraten die Rebellen ins Hintertreffen. Es ist absehbar, dass es eine ausländische Intervention in Syrien auf absehbare Zeit nicht geben wird. Auch die Drohung der USA mit Luftangriffen ist vom Tisch. Das führt dazu, dass auch in der Bevölkerung die Regierungsarmee als gestärkt angesehen und deshalb unterstützt wird. (jug.)
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