Das hat die Gartenschau bewirkt. Auch wenn die objektiven Bilanzzahlen der Buga die Erwartungen nicht erfüllen werden: Dem subjektiven Eindruck nach beschert der Großevent auch der 6 700-Einwohner-Stadt im Nordosten Sachsen-Anhalts – einem der vier kleinen Standorte – viel Aufmerksamkeit.
Havelberg war auch vorher schon ein Juwel. Die alten Häuser auf der Stadtinsel sind makellos restauriert, auf einer Anhöhe thront der Backsteindom. Doch bislang war in Havelberg nur wenig los – außer zum legendären Pferdemarkt mit weit mehr als 100 000 Besuchern Anfang September. Selten verirrten sich Touristen dorthin. Weil es weder Bahn- noch Autobahnanschluss gibt, war auch die Zahl der Zufallsbesucher eher niedrig. Havelberg lag im Dornröschenschlaf.
Guter Anschluss mit Zug und Bus
Die dezentrale Buga hat das geändert und Havelberg in den Blick ausflugslustiger Berliner gerückt. Wer nun an Wochenenden dorthin reist, ist erstaunt. In der vormals leeren Altstadt sind viele Menschen unterwegs, Läden und Cafés sind gut besucht. Selbst die Buchhandlung bekommt neue Laufkundschaft. Ähnlich viel los ist im nächst gelegenen Bahnhof Glöwen, wo im Stundentakt der Regionalexpress aus Berlin hält. Bis 11. Oktober hat jeder Zug Anschluss an den Bus, der die zehn Kilometer nach Havelberg fährt.
Auch das Umland hat etwas von der Buga, weil Touristen nahe Orte wie Bad Wilsnack und Werben besuchen. Zwar ist Ende nächster Woche die Buga vorbei, aber Havelberg wird wohl dauerhaft profitieren.
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