Bundeskanzlerin mahnt zu Gewaltverzicht

Stuttgart 21 wird für Merkel zum Problem

BLZ
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BERLIN Wegen des massiven Polizeieinsatzes bei den Protesten gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21 gerät nicht nur der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus unter Druck. Die Opposition im Bundestag hat am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel für den harten Einsatz in der Nacht zu Freitag, bei dem mindestens 130 Menschen verletzt wurden, mitverantwortlich gemacht. Schließlich habe sie sich für das Projekt ausgesprochen. "Es ist auch Merkels Einsatz, wenn jetzt Schlagstöcke gegen Schülerinnen und Schler eingesetzt werden", sagte Grüne-Fraktionsvorsitzende Renate Künast. Merkel verteidigte das Milliarden-Projekt erneut, bei dem der Stuttgarter Hauptbahnhof unter Tage zu einem Durchgangsbahnhof werden soll. Es sei sinnvoll und richtig. Sie appellierte an die Demonstranten, friedlich zu bleiben.Auch gestern Abend versammelten sich wieder Zehntausende Menschen im Stuttgarter Schlossgarten. Die Organisatoren sprachen von 100000 Teilnehmern. Die Demonstration und die Kundgebung im Schlossgarten verliefen bis zum Abend friedlich. Bahnchef Rüdiger Grube versicherte, dass bis nächstes Jahr im Herbst keine weiteren Bäume gefällt werden. Er bedauerte die Eskalation, verteidigte aber den Bau. "Ich bin sicher, dass der Bahnhof kommt", sagte er der Süddeutschen Zeitung.Ministerpräsident Mappus zeigte sich zwar gesprächsbereit gegenüber den Demonstranten, beschrieb den Polizeieinsatz aber als angemessen. Er will den Neubau - allerdings setzte er finanzielle Grenzen. "Ich habe mit Blick auf die Kostenstruktur gesagt, wir sind für Stuttgart 21, aber nicht um jeden Preis", sagte er am Freitag. Der Bahnhof und die Neubaustrecke nach Ulm sollen rund sieben Milliarden Euro kosten. Die Projektgegner halten die Summe für viel zu niedrig.Auch in Berlin wurde am Freitagabend gegen das Stuttgarter Milliardenvorhaben demonstriert. Mehrere hundert Menschen hatten sich vor dem Bahntower am Potsdamer Platz versammelt. Die Proteste richteten sich gegen den harten Polizeieinsatz in Stuttgart. Zu der Demonstration hatten Grüne und Linke aufgerufen. Die Veranstaltung blieb bis zum Abend friedlich.Leitartikel Seite 4Politik Seite 6

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