China soll Russland im Ukrainekrieg mit Drohnen unterstützen. Davon geht die Bundesregierung nach einer Aussage von Außenministerin Annalena Baerbock am Rande eines EU-Treffens in Brüssel aus. Baerbock sagte dazu weiter: „Das muss und wird Konsequenzen haben.“ Der Angriffskrieg von Russlands Präsident Wladimir Putin gegen die Ukraine sei auch ein Angriff auf die Freiheit in Europa und betreffe die Kerninteressen aller europäischen Staaten.
Der Auswärtige Dienst der EU (EAD) hatte zuvor bestätigt, dass derzeit Hinweise darauf geprüft werden, dass in China Drohnen für den russischen Angriffskrieg produziert werden. „Wir haben Berichte von Geheimdienstquellen über die Existenz einer Fabrik in China erhalten, die Drohnen herstellt, die nach Russland geliefert und im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden“, sagte ein EU-Beamter. Man arbeite derzeit daran, herauszufinden, ob es eine direkte Zusammenarbeit zwischen China und Russland im Bereich militärischer Ausrüstung gebe. Sollte sich dies bestätigen, könnten Sanktionen verhängt werden.
Bei der Drohnenproduktion in China soll es sich nach Angaben von Diplomaten um ein Gemeinschaftsprojekt von Russland, China und dem Iran handeln. Die Drohnen seien dabei eher für Angriffs- als für Aufklärungszwecke konzipiert, heißt es in einem Bericht von Euronews. Der EAD müsse jedoch noch drei wichtige Fragen klären: ob die Fabrik tödliche Drohnen herstellt, ob diese Drohnen bereits nach Russland geliefert wurden und ob Peking von Moskaus Waffenprogramm weiß. Gespräche zwischen dem EAD und Peking seien im Gange, um die Situation zu klären.
Drohnenhilfe für Russland? China spricht von haltlosen Spekulationen
China weist die Vorwürfe zurück. Im Hinblick auf Rüstungsexporte habe Peking stets eine verantwortungsvolle Haltung eingenommen und den Konfliktparteien niemals tödliche Waffen bereitgestellt, sagte Außenamtssprecher Lin Jian kurz vor dem EU-Außenministertreffen. China habe Drohnen für militärische Zwecke und solche, die zivil und militärisch einsetzbar seien, streng nach dem Gesetz kontrolliert. Peking hoffe, dass gewisse Länder und Personen keine haltlosen Spekulationen gegen China vorbrächten und die Volksrepublik nicht ohne Faktengrundlage anschwärzten, sagte Lin.
Gegen den Iran verhängte die EU wegen Lieferung von Drohnen und ballistischen Raketen an Russland bereits Sanktionen. Betroffen ist unter anderem die staatliche iranische Fluggesellschaft Iran Air. Bei dem Außenministertreffen am Montag sollte ein weiteres Paket mit Strafmaßnahmen gegen den Iran beschlossen werden.
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