In Israel sind Polizeiangaben zufolge geparkte Busse in einem südlichen Vorort von Tel Aviv explodiert. Israels Polizei sprach von einem „mutmaßlichen Terroranschlag“. Die Sprengsätze hätten Zeitzünder gehabt, meldete die Times of Israel unter Berufung auf Tel Avivs Bezirkspolizeichef Haim Sargarof. Israelischen Medienberichten zufolge waren alle drei Busse leer, weshalb es zum Glück niemand verletzt wurde. Kurze Zeit später wurden mindestens zwei weitere Sprengsätze entschärft.
Die Fahrzeuge seien fast zeitgleich auf Parkplätzen im Vorort Bat Yam in die Luft gegangen. Israels Polizei sprach von einem „mutmaßlichen Terroranschlag“.
Der israelische Inlandsgeheimdienstes Schin Bet sei an den Ermittlungen beteiligt und alle Sicherheitskräfte im Großraum Tel Aviv wurden angewiesen, sämtliche Busse, Züge und Stadtbahnen zu stoppen und zu durchsuchen. Der gesamte Busverkehr wurde zeitweise eingestellt. Die Überprüfung sei mittlerweile abgeschlossen, hieß es.
Israels Verteidigungsminister Israel Katz wies die Sicherheitskräfte Berichten zufolge an, ihre Einsätze im Westjordanland zu verstärken. Er sprach demnach von versuchten Anschlägen palästinensischer Terrororganisationen. Die Polizei bestätigte dies zunächst nicht offiziell.
Benny Gantz: Explosionen müssen wie „Mega-Terroranschlag“ behandelt werden
Die Times of Israel zitierte Bezirkspolizeichef Sargarof allerdings mit den Worten, die Sprengsätze sähen aus wie etwas, das seinen Ursprung im Westjordanland habe. Demnach versucht die Polizei derzeit noch herauszufinden, wie viele Verdächtige an dem mutmaßlichen Anschlag beteiligt waren.
Der Parteichef der Nationalen Einheit, Benny Gantz, forderte, die herbeigeführten Explosionen „als Mega-Terroranschlag zu behandeln“. Der Oppositionsabgeordnete habe in einer Erklärung mitgeteilt: „Wir dürfen uns nicht auf das Ergebnis, sondern auf die Absicht konzentrieren ... Wir dürfen den Fehler des vereitelten Anschlags in Megiddo nicht wiederholen“, womit er sich auf einen Bombenanschlag in einem Auto im März 2023 in Nordisrael bezog, der von einem aus dem Libanon eingereisten Hisbollah-Terroristen verübt wurde und auf den keine israelische Reaktion folgte.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de