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Urbanliner darf in Berlin starten: Ab Mitte Juli fährt die XXL-Straßenbahn auf der M4

Fast 51 Meter lang, Platz für 312 Fahrgäste: Bald rollt die neue Tram nach Hohenschönhausen und Falkenberg. Bis 2028 soll die Zahl auf 30 Fahrzeuge wachsen.

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Das neue Straßenbahn-Modell Urbanliner bietet extra viel Platz. Die Fahrzeuge von Alstom in Bautzen haben 92 Sitz- und 220 Stehplätze.

Das neue Straßenbahn-Modell Urbanliner bietet extra viel Platz. Die Fahrzeuge von Alstom in Bautzen haben 92 Sitz- und 220 Stehplätze.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Endlich: Die neue XXL-Straßenbahn für Berlin darf jetzt auch Fahrgäste befördern. Die Technische Aufsichtsbehörde des Senats hat für das erste Fahrzeug vom Typ Urbanliner die Inbetriebnahme-Genehmigung erteilt. Das teilten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) am Mittwoch mit. Mitte Juli 2026 soll der Einsatz auf der Linie M4 zwischen Falkenberg/Hohenschönhausen und Mitte beginnen.

Die fast 51 Meter lange Straßenbahn soll auf stark genutzten Strecken die Kapazität erhöhen. Der Urbanliner bietet 312 Fahrgästen Platz. Allerdings darf er laut Zulassung vorerst nur auf der M4 und wenigen anderen Abschnitten im Fahrgastbetrieb eingesetzt werden.

Inzwischen haben Test- und Schulungsfahrten begonnen, weitere folgen ab 8. Juli. „Damit wird der Urbanliner in der kommenden Woche im Berliner Netz zu sehen sein“, so das Landesunternehmen.

Die neue Tram für Berlin: Das ist der Plan der BVG

Parallel schreite die Zulassung weiterer Fahrzeuge voran, berichtete die BVG. Bis zum Ende dieses Jahres soll die Flotte auf rund 15 Fahrzeuge wachsen und sich bis voraussichtlich 2028 nochmals verdoppeln.

Vorausgegangen war ein umfangreiches Zulassungs- und Genehmigungsverfahren, wie es für neue Fahrzeugtypen üblich ist, so die BVG weiter. „Bei Zulassungsverfahren gilt grundsätzlich: Jedes Fahrzeug wird einzeln und pro Linie zugelassen. Das Genehmigungsverfahren für den Urbanliner bezieht sich auf die Linie M4, da die Fahrzeuge der neuen Tramgeneration dort eingesetzt werden“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens.

Auf der Linie M4 sind täglich rund 100.000 Fahrgäste unterwegs. Perspektivisch sei der Einsatz der neuen Straßenbahnen auch auf anderen Linien denkbar. Derzeit schließt aber eine Dienstanweisung den Einsatz auf dem größten Teil des Berliner Straßenbahnnetzes aus.

Auch Straßenbahnen der Typen GT6 und Flexity wurden zu Beginn nur auf einzelnen Strecken zugelassen, sagte ein BVG-Mitarbeiter. Flexity-Bahnen dürfen wegen ihrer Breite bis heute nicht im Köpenicker Netz eingesetzt werden. Dass diese Praxis beim Urbanliner fortgeführt wird, hat möglicherweise mit bisherigen Genehmigungsthemen zu tun.

Urbanliner: So holprig war das Zulassungsverfahren

Denn der Alstom-Neunteiler ist nicht nur lang, er ist auch schwer. Leer wiegt der Urbanliner 63,5, voll bis zu 100 Tonnen. Der Rahmenvertrag über 117 Fahrzeuge wurde Ende 2020 abgeschlossen, damals noch mit Bombardier. Das Lastenheft für die XXL-Tram wurde davor erarbeitet.

Allerdings setzte sich die BVG dem Vernehmen nach anfangs nicht mit dem für die Brücken zuständigen Bereich der Senatsverwaltung auseinander. Ob Brücken nach den geltenden Normen als ausreichend tragfähig einzuschätzen sind, wurde deshalb erst 2025 geprüft. Dabei sollte der Einsatz bereits im vergangenen Jahr beginnen.

Für die Falkenberger Brücke am Bahnhof Hohenschönhausen wurde schließlich die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Urbanliner leicht verringert: von 60 auf 55 Kilometer pro Stunde.

Mitte Februar kam es zum Showdown. Am 13. Februar 2026 mailte die BVG der Technischen Aufsichtsbehörde Berechnungen zum Alexanderplatz. Die Behörde kam aber bald zu dem Schluss, dass die Berechnungen nicht reichen, um die neue Straßenbahn für den Platz und damit für die M4 freizugeben. Das Verkehrsunternehmen musste der für den 16. Februar vorgesehene Pressetermin, zu der Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) eingeladen war, absagen.

Wie berichtet argumentierten die Experten des Senats, dass sich die neue XXL-Tram stärker auf die Infrastruktur auswirkt als die Bahnen, die derzeit über den Alex rollen. Obwohl die Achslast geringer ist als bei den älteren Doppeltraktionen des Typs GT6N, die derzeit auf der Linie M4 verkehren, würden die dynamischen Kräfte anders zu Buche schlagen. Die Normwerte würden überschritten, sie decken bei wichtigen Parametern nur zwei Drittel der Belastungen ab, heißt es.

Stützen im U-Bahn-Tunnel sorgen für Stabilität

Schließlich einigte man sich wie berichtet auf eine Lösung. „Im Bereich Alexanderplatz wurden nach statischen Nachberechnungen zwei zusätzliche Stützen im U-Bahn-Tunnel eingebaut, um auch ein höheres rechnerisches Belastungsszenario zusätzlich abzusichern. Alle angekündigten Maßnahmen – von den Nachberechnungen bis zu den baulichen Anpassungen – wurden vollständig und wie vorgesehen umgesetzt“, so die BVG.

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