FRIEDRICHSHAIN Der Streit um das hundertjährige Gebäude in der Rigaer Straße 27 spitzt sich zu. Bezirksverordnete verlangen, daß das Haus erhalten bleibt. Doch die Bayerische Hausbau GmbH als Eigentümerin will es durch einen Neubau ersetzen.Eine Mehrheit stimmte auf der jüngsten Tagung der Friedrichshainer Bezirksverordneten einem Antrag der PDS-Fraktion zu. Danach soll die bezirkliche Bauaufsicht die bereits erteilte Abbruchgenehmigung für das Haus zurücknehmen und das Wohnungsamt den Antrag des Eigentümers auf Abriß ablehnen.Nur wenn Bauaufsicht und Wohnungsamt zustimmen, darf der Eigentümer Hand an das Bauwerk legen. Doch der Bauleiter der Bayerischen Hausbau hatte bereits Mitte Januar mit dem Abriß begonnen. Erst durch eine versuchte Hausbesetzung erfuhr Baustadträtin Martina Albinus-Kloss (für PDS) von dem Vorgang. Sie sprach umgehend einen Baustopp aus (wir berichteten).Das Bezirksamt soll kein "grünes Licht" für das Vorhaben der Bayerisch Hausbau geben, an der Rigaer Straße 27 ein neues Haus zu errichten, beschlossen die Bezirksverordneten weiter. "Wir sind generell dafür, erhaltenswerten Wohnraum zu schützen, weil das im Interesse der Bewohner liegt und sich die alten Häuser meist besser ins Straßenbild einfügen", so Joachim Pempel, PDS-Bezirksverordneter. Auch die Ausschüsse für Bauen und Wohnungswesen hätten sich zu diesem Standpunkt bekannt.Die Bayerische Hausbau will jedoch an ihren Bauplänen festhalten. "Das Kiezhaus ist unwirtschaftlich und nicht erhaltenswürdig", erklärt Projektleiterin Monika Sowinski. Sie zählt eine Reihe von Schäden auf. Die schönen Stuck-Rosetten seien nur noch im Eingangsbereich erhalten.Das neue Haus soll 29 Wohnungen haben, niedrigere Räume, ein zusätzliches Stockwerk und ein ausgebautes Dach. Das alte Haus besitzt 14 Wohnungen, sechs davon sind zwischen 120 und 140 Quadratmeter groß. Das sei weitaus mehr, als den Mietern lieb sei, so Monika Sowinski. Seit Dezember steht das Wohnhaus leer, die Mieter bezogen Ausweichquartiere. Die Projektleiterin: "Wir haben vereinbart, daß sie dann wieder zurückziehen. Die Miete wird 8,50 Mark netto kalt pro Quadratmeter betragen." Der Gewerberaum im Hinterhaus werde verkleinert und ein Spielhof angelegt.Baustadträtin Albinus-Kloss teilte mit, daß sie den Bauantrag gegenwärtig prüfe. Mit dem Investor wolle sie nach Möglichkeiten suchen, das Haus zu erhalten. +++
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